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Montag, 09. Mai 2011

Gestohlene Marmorbüste kehrte ins Universitätsarchiv zurück

Die zurückgekehrte Mellin-Büste des Bildhauers Blaeser
Lupe [1]

Ein regelrechter Krimi hat sich kürzlich im TU-Universitätsarchiv abgespielt, und wie meist im Fernsehen gab es auch hier ein Happy End. Nach einer langen Odyssee kehrte die 1860 geschaffene Marmorbüste des Magdeburger Architekten und Generalbaudirektors Friedrich Albert Immanuel Mellin (1796–1859) ins Universitätsarchiv zurück. Jahrelang war sie verschollen, mit vier weiteren kriegsbeschädigten Büsten unter ominösen Umständen aus dem Archiv gestohlen und offensichtlich auf den Kunstmärkten der Welt angeboten. Die Büste hatte ursprünglich in der Schinkel’schen Bauakademie am Werderschen Markt gestanden. Später war sie der Büstensammlung der TU Berlin hinzugefügt worden, dann aber in den 1990er-Jahren verschwunden. Das Marmorporträt hatte nicht nur ideellen Wert für die TU Berlin, sondern es gehört zum umfangreichen bildhauerischen Werk eines wichtigen deutschen Gestaltungskünstlers des 19. Jahrhunderts, Gustav Hermann Blaeser (1813–1874), der zur von Christian Daniel Rauch gegründeten „Rauchschule“ der Berliner Bildhauer gehörte. In Berlin kann man heute unter anderem ein besonders wichtiges, antikisierendes Werk Blaesers auf der Schlossbrücke bewundern: „Der unter dem Schutze Pallas Athenes zum Kampfe anstürmende Krieger“. Angetan hatten es Blaeser aber auch die Großen der Wissenschaft, die er porträtierte. So findet man in Berlin-Mitte Christian Peter Wilhelm Beuth, den Gründer des Gewerbeinstituts, einer Vorgängereinrichtung der TU Berlin, in Lebensgröße, mit Wilhelm von Humboldt ins Gespräch vertieft. Vom zweiten Humboldt-Bruder, Alexander, steht eine sehr bekannte Blaeser-Büste im New Yorker Central Park.

„Dass wir diese wertvolle Büste Mellins wieder hier zeigen können, verdanken wir einem ehemaligen Benutzer des Universitätsarchivs, Michael Puls“, erzählt die Leiterin des Archivs, Dr. Irina Schwab. „Michael Puls hatte Anfang der 1990er-Jahre hier für seine Publikation zu Gustav Hermann Blaeser recherchiert.“ Gegenstand seiner Recherche sei unter anderem jene Marmorbüste gewesen, die einzige, die der Bildhauer Blaeser von dem Architekten Friedrich Mellin angefertigt hatte. „So staunte Herr Puls nicht schlecht, als ebendiese Büste im September 2007 bei einer Auktion angeboten werden sollte.“ Was Michael Puls nicht wusste: Nach Abschluss seiner Recherchen verschwanden aus den Magazinräumen des Universitätsarchivs, damals noch in der Hallerstraße ansässig, mehrere Büsten auf ungeklärtem Wege, darunter auch die Blaeser-Büste von Mellin. Michael Puls informierte die TU Berlin, die sich daraufhin in einem mehrere Jahre dauernden Rechtsstreit durchsetzen konnte und nun ihr Eigentum zurückerhielt. In die Freude darüber mischt sich allerdings auch ein Wermutstropfen, wie Irina Schwab bedauert: „Von den anderen vier verschwundenen Büsten – alles nicht identifizierte Werke – fehlt leider weiterhin
jede Spur …“

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 5/2011

"TU intern" Mai 2011

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  • TU-Projekte zur Langen Nacht der Wissenschaften 2011 [4]
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