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TU Berlin

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Vermischtes

Zukunft der Energie

Zertrümmerung der Atome

Montag, 18. Oktober 2010

Kraftwerk Emsland, Ingen
Lupe

Schon in den 1920er-Jahren diskutierte man über alternative Energien. Neben der Nutzung von Windenergie oder Erdwärme wurde auch von „Atomzertrümmerung“ – Energie aus der Kernspaltung – gesprochen. Ernest Rutherford hatte 1919 diese Möglichkeit der Energiegewinnung vorausgesagt. Fast 20 Jahre später gelang im Herbst 1938 Otto Hahn und Fritz Straßmann die erste Urankernspaltung in Berlin. Ihre Kollegin, Lise Meitner, inzwischen im Exil, war am Erfolg dieser Entdeckung maßgeblich beteiligt. Sie interpretierte das Experiment nicht nur zutreffend als erfolgte Kernspaltung, sondern sie war auch bis März 1938 in diese Forschungen involviert. Kurz vor dem sensationellen Erfolg musste sie Berlin wegen ihrer jüdischen Herkunft fluchtartig verlassen. Bald war klar, dass Kernspaltung höchst ambivalent sein kann. Sie konnte für eine Superbombe benutzt werden, deren Sprengkraft alles bisher Bekannte überstieg. Allerdings war der Bau dieser Bombe sehr kompliziert. Höchstes intellektuelles und technisches Know-how musste aktiviert werden. Zwar war Berlin seit 1900 die Hochburg der modernen Physik und damit auch der Kernphysik. Einige Professoren und Assistenten der TH Berlin – wie Richard Becker, Gustav Hertz und Eugene Paul Wigner – forschten zu relevanten Themen. So befasste sich Hertz mit einem Verfahren der Isotopentrennung. Bis 1933 gab es einen engen wissenschaftlichen Austausch zwischen den Berliner Heroen der modernen Physik. Doch dieses Milieu wurde nach 1933 durch nationalsozialistische Intervention zerstört. Ein Personenkarussell begann. Jüdische Wissenschaftler wurden vertrieben, neue Physiker berufen und Professoren an andere Universitäten versetzt. Das einst innovative Wissenschaftsmilieu wurde zerstreut und zerstört.

Hans Christian Förster / Quelle: "TU intern", 10/2010

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