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TU Berlin

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Zukunft der Energie

Montag, 19. April 2010

Der Traum von ewiger Energie

Modell eines Perpetuum mobile, aus: Karl H. Metz, Ursprünge der Zukunft Schöningh 2006
Lupe

Das Jahr 2010 ist das deutsche "Wissenschaftsjahr – Zukunft der Energie". Heute steht die Menschheit an einer Wende, sie tritt aus dem Zeitalter der begrenzten fossilen Energiequellen in das der technischen Nutzung erneuerbarer Quellen, besonders der Sonnenenergie, die unerschöpflich scheint. Doch schon im 11. Jahrhundert begannen Menschen in Indien und Arabien eine Maschine zu beschreiben und zu konstruieren, die eine nie versiegende Quelle von Bewegung und Kraft sein sollte. Sie waren auf der Suche nach einem Perpetuum mobile. Heute wissen wir, es war nur eine „technische Utopie“. Mehr als aus tausend kleinen Richtigkeiten lernen Menschen aus genialen Fehlern. Im 14. Jahrhundert griff diese Maschinenidee auf Europa über. Noch galt die Frage nach einem Gleichklang der kosmischen Maschine Gottes mit menschlicher Maschinenkunst als Todsünde Superbia (Hochmut und Häresie). Doch bereits Renaissance und Barock waren eine Hochzeit der Suche nach einem Perpetuum mobile. Selbst die Jesuiten verfolgten diese Idee mit der ihnen eigenen Leidenschaft. Lange bevor der Energieerhaltungssatz formuliert wurde, bemerkte Leonardo, ein Perpetuum mobile sei nicht unmöglich. Er war von der Idee fasziniert und entwarf theoretische Modelle. Aber die Skepsis des genialen Naturbeobachters gewann die Oberhand. Jede Neuentdeckung – wie Hydrostatik, Magnetismus und Elektrizität – brachte eine Welle von neuen perpetuierenden Konstruktionen mit sich. Im Jahre 1775 erließ die Pariser Akademie ein Verbot, solche „Erfindungen“ anzunehmen. Doch bis ins frühe 20. Jahrhundert gab es immer wieder Meldungen über ein neues Perpetuum mobile, obwohl schon Physiker des 19. Jahrhunderts die theoretischen Grundlagen (Thermodynamik) für den Utopiecharakter dieser Idee geliefert hatten. So hat Wilhelm Ostwald 1893 zwischen verschiedenen Arten von Perpetua mobila unterschieden. Ob damit die Scharlatanerie in der Energieforschung endgültig erledigt ist, wird die Zukunft zeigen. Wir werden an dieser Stelle im "Wissenschaftsjahr 2010 – Zukunft der Energie" noch öfter auf die Bedeutung der Energiefrage in Vergangenheit und Gegenwart – auch an der TU Berlin – zurückkommen.

Hans Christian Förster / Quelle: "TU intern", 4/2010

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