direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Vermischtes

Buchtipp

König Artus zwischen Wunsch und Wahrheit

Montag, 22. Februar 2010

Lupe [1]

"Löwenherz" nannten ihn schon die Zeitgenossen wegen seiner kriegerischen Heldentaten. Aber als König Richard 1189 den englischen Thron bestiegen hatte, betätigte er sich zunächst auf einem ganz anderen Gebiet, als Ausgräber. In den Sümpfen um das Kloster Glastonbury im Südwesten Englands ließ er nach Zeugnissen eines sagenhaften Vorgängers auf dem Königsthron und Urvaters seiner Dynastie suchen. Und man wurde fündig. Auf einem alten Friedhof kamen Gebeine ans Tageslicht, von dem "berühmten König Artus". So versicherte es jedenfalls die lateinische Inschrift auf einem Kreuz, das dem Grab – ganz wie bestellt – beigelegt war.

Die Geschichte steht im Mittelpunkt einer Studie über die Entwicklung des Artus-Mythos seit dem frühen Mittelalter, die Jürgen Wolf, Professor für Ältere Deutsche Philologie an der TU Berlin, jetzt vorgelegt hat. König Richard ging es seinerzeit darum, seiner Herrschaft eine unangreifbare Legitimation zu verschaffen.

König Artus und die Ritter seiner Tafelrunde – wahr oder erfunden? Viel klüger als die Zeitgenossen des Richard Löwenherz seien wir heute auch nicht, stellt Wolf als Fazit seiner Studie fest. Allerdings greifen die pseudohistorischen Fantasien heutzutage nicht mehr ganz so weit aus wie jene im hohen Mittelalter.

Im frühen 12. Jahrhundert behauptete der Geschichtsschreiber Geoffrey of Monmouth, Nachkommen der alten Trojaner hätten auf dem Umweg über Rom nach Britannien gefunden und an der Themse ihr neues Troja gegründet.

Kein Wunder, dass sich am Königshof das Bedürfnis regte, etwas materiell Greifbares präsentieren zu können. Aber natürlich wäre es zu kurz gegriffen, betont Wolf, wollte man die Faszination, die Artus und seine Tafelrunde heute wie im Mittelalter ausüben, auf solche Interessen reduzieren. Im Artus-Hof finden vor allem jugendliche Leserinnen und Leser bis heute ihr ideales Selbstbild widergespiegelt, und die spannend erzählten Geschichten bereiten auch ganz einfach Vergnügen. In seinem Buch legt Jürgen Wolf die Entwicklung des Mythos "Artus" seit dem frühen Mittelalter dar, der bei Lesern und Filmzuschauern bis heute seine Zauberkraft behauptet.

Josef Tutsch / Quelle: "TU intern", 2/2010

Jürgen Wolf: Auf der Suche nach König Artus. Mythos und Wahrheit, Primus Verlag, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-89678-657-9

"TU intern" Februar 2010

  • Online-Inhaltsverzeichnis [2]
  • Hochschulzeitung "TU intern" - Februar 2010 [3]
  • Neues Profil: Die TU Berlin 2000 – 2010 (Sonderbeilage) [4]
------ Links: ------

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.
Copyright TU Berlin 2008