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TU Berlin

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Das Allerletzte

Montag, 25. Januar 2010

Das Ende der Dorfgemeinschaft

Alle zwölf Minuten stirbt eine Art aus. Gefährdet sind Tiere wie der Aal, der Eisbär oder die indonesische Libelle. Noch erscheint uns alles weit weg, doch das Artensterben rückt näher: Alle sieben Minuten geht einem Briten sein Haus verloren, weil er sich in der Finanz- und Immobilienkrise verspekuliert hat. Alle fünf Minuten verliert bei uns einer seinen Job: Altersteilzeit, Einstellungsstopp, auslaufende Zeitverträge. Die Deutschen sterben aus, warnen Organisationen wie die OECD. Und es sind nicht nur der Mangel an Geburten oder die Tatsache, dass sich alle 47 Minuten bei uns jemand umbringt. Nein, aus Deutschland wandert jeden Tag ein komplettes Dorf aus. Alle vier Minuten verliert die größte Wirtschaftsmacht Europas eine potenzielle Arbeitskraft, wie unter anderem das Demoskopieinstitut Allensbach herausfand. Doch waren die Fliehenden vor 120 Jahren, als die Auswanderungswelle ebenfalls eine immense Dimension annahm, vor allem Analphabeten, verzweifelte Arbeiter oder Bauern, so ist es heute besonders häufig der qualifizierte Mittelstand. Ärzte, Ingenieure, Wissenschaftler, Facharbeiter, Handwerker, Techniker und Dienstleister sehen im Ausland bessere Chancen als in der Heimat. Abwandern und Auswandern sind zwar nichts Neues für Deutschland; Integrations- und Migrationssachverständige sehen ein Problem aber erst dann, wenn keine Rückwanderung oder Zuwanderung stattfindet. Eigentlich Anlass genug, an unserer Gastfreundschaft für Mensch und Tier zu arbeiten.

pp / Quelle: "TU intern", 1/2010

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