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TU Berlin

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Buchtipp

Montag, 25. Januar 2010

Lupe

TU intern fragt Menschen in der Uni, was sie empfehlen würden. Annette Hiller von Gaertringen ist die Datenschutzbeauftragte der TU Berlin. Derzeit leitet sie kommissarisch die Akademische Selbstverwaltung.

Wer von uns hat nicht schon mal mit dem Gedanken gespielt, dass ein Streichholz in der Wohnung befreiende Wirkung haben müsste – die Möglichkeit, alle lästigen Verpflichtungen abzuwerfen, neu anzufangen, alles besser zu machen, erst in der Wohnung, dann im restlichen Leben? Das Ehepaar Ransom (ransom: engl. Erlösung) in Alan Bennetts Roman erhält diese Chance. Sie werden Opfer des Einbruchs schlechthin. Die Einbrecher nehmen komplett alles mit, inklusive Klopapierhalter und Klopapier, Herd mit Auflauf drin, Mülleimer, Müll – alles!!!

Das Ehepaar, aus der Oper kommend und erschwerend nun auch noch tagelang an Abendkleidung im Alltag gebunden, reagiert vorhersehbar: Während er vor allem empört ist und sich gestört fühlt, nimmt sie sehr schnell die Abwesenheit des vertrauten Umfeldes als Chance für Veränderung wahr.

Der Inder aus dem Laden um die Ecke, den sie zunächst nur aufsucht, weil der Weg zu "Marks and Spencer" in Abendkleidung beim zehnten Einkauf doch zu beschwerlich erscheint, avanciert vom notwendigen Übel und Abenteuer schließlich zum geliebten, aber geheimen Freund, wo neben billiger Seife auch Lebensweisheiten erworben werden.

Der Versuch, die neuen Abenteuer mit dem Gatten zu teilen, scheitert an dessen unbedingtem Willen, am Althergebrachten festhalten zu wollen. Die einzige Chance, die er im Einbruch sieht, ist die Möglichkeit, die Versicherungssumme um den Preis einer angeblich vorher vorhandenen sehr teuren Stereoanlage zu erhöhen.

Sein Schlaganfall ermöglicht es ihr endlich, das jahrelange Schweigen in ihrer Ehe zu überwinden, Zukunftsvisionen zu entwerfen, sich verdrängten Emotionen zu stellen und schließlich aufzubrechen ins Leben. Alan Bennett gehört in seiner britischen Heimat seit den 1960ern zu den Top-Köpfen der Schriftstellerzunft. Wenn möglich, sollte man die Geschichte auf Englisch lesen. Zwar verwendet Bennett – Autor des Bestsellers "Die souveräne Leserin" – deutlich mehr als die 3000 meistgebräuchlichen englischen Wörter, doch seine Wortspiele, seine Kreativität und sein Humor machen die Lektüre zum Genuss.

Alan Bennett: The Clothes They Stood Up In (in Deutschland unter dem Titel "Cosi Fan Tutte"), Verlag Wagenbach 2003, Neuauflage 2009, ISBN 978-3803112132

Quelle: "TU intern", 1/2010

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