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TU Berlin

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Fußball

Der Countdown läuft

Montag, 17. Mai 2010

TU-Alumnus Luyanda Mpahlwa sorgt für die pünktliche Fertigstellung der Arenen

Luyanda Mpahlwa auf der Baustelle des Fußballstadions in Kapstadt
Lupe

Fährt man am Botschaftsgebäude von Südafrika in Berlin-Mitte vorbei, blinkt sie jedem auf einem elektronischen Display entgegen: die rote Zahl, die die verbleibenden Tage bis zum Beginn der Fußballweltmeisterschaft zählt. Die blinkenden Ziffern als Hinweis auf die WM und das Gebäude spielen im Leben von Luyanda Mpahlwa eine wichtige Rolle. Der Südafrikaner, der 1986 als politischer Flüchtling nach Deutschland und später zum Architekturstudium an die TU Berlin kam, hat das 2003 eröffnete Botschaftsgebäude mit entworfen und insbesondere die Koordinierung des Projektes zwischen Berlin und Südafrika übernommen. Heute arbeitet er für das lokale Organisationskomitee der WM in Südafrika im technischen Beraterstab.

Ganz freiwillig kam Luyanda Mpahlwa 1986 nicht nach Deutschland. Er musste aufgrund seiner politischen Aktivitäten gegen die Apartheid das Land verlassen, nachdem er dort zuvor bereits fünf Jahre im Gefängnis auf Robben Island saß. Das Exil in Deutschland nutzte er für das Studium, das er 1997 abschloss. Im Jahr 2000, als es die politischen Verhältnisse zuließen, kehrte er in seine Heimat zurück und gründete das KapstadtStudio des Architekturbüros „mma architects“. Das Kerngeschäft des Büros liegt in der Planung von Gebäuden, oft für den öffentlichen Sektor. Seit 2006 hat Luyanda Mpahlwa jedoch sein Arbeitsspektrum um eine gewaltige Aufgabe erweitert. Seitdem ist er Mitglied des South African Local Organization Committee der FIFA und in einem fünfköpfigen Team, bestehend aus Ingenieuren und Architekten, als sogenannter Oversight Project Manager tätig. Dahinter verbirgt sich die gesamte Überwachung der Stadienbauten in Südafrika anlässlich der WM.

"Südafrika hat für die WM fünf neue Stadien bauen lassen und fünf weitere, bereits vorhandene komplett saniert. Unsere Aufgabe besteht darin, die rechtzeitige Fertigstellung der Stadien zu managen, die Kosten zu überwachen und dabei alle Richtlinien der FIFA zu erfüllen, und dies nicht nur für die Stadien, sondern auch für die Areale um die Stadien herum", erzählt Mpahlwa in fließendem Deutsch. Die Stadien sind bereits fertiggestellt und von der FIFA abgenommen, an den Flächen wird noch gearbeitet. „Wir werden hier eine tolle WM haben und ich denke, sie könnte dazu beitragen, dass sich Fußball in Südafrika mehr durchsetzt. Bisher ist es ein Sport der Schwarzen, das kann durch dieses große Event anders werden, und es werden sich hoffentlich mehr Weiße für den Sport begeistern“, schätzt Mpahlwa. Denn trotz 16 Jahren Demokratie in Südafrika ist das Erbe der Apartheid, alles in „Schwarz-Weiss“ zu sehen, noch nicht überwunden. Ein wichtiger Faktor dafür könnte auch die verbesserte Sicherheit in den Stadien sein. "Ich bin bisher mit meinen Söhnen auch nicht in ein Fußballstadion gegangen. Sie waren einfach nicht sicher, das ist jetzt anders." Insgesamt sieht er in der WM eine Chance für die Entwicklung der städtischen Strukturen. "Eine Stadt wie Johannesburg beispielsweise krankt daran, dass in der City kein richtiges Leben stattfindet, alles und jeder ist abgeschottet, eine richtige Stadtplanung gab es bisher nicht, die Verkehrsinfrastruktur war katastrophal", beschreibt er die Metropole. "In den letzten Jahren wurde vieles unternommen, um das zu ändern. Ob es Erfolg haben wird, werden die kommenden Jahre zeigen. Die WM bietet eine Chance, aber keine Garantie dafür." Für ihn ist jedenfalls schon eines garantiert: Im September, wenn er seine Aufgabe beendet hat, wird er erst mal Urlaub mit seiner Familie machen.

Bettina Klotz / Quelle: "TU intern", 5/2010

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