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Schritt in die richtige Richtung

Montag, 16. November 2009

Erste "Climate Lecture" an der TU Berlin mit Lord Nicholas Stern

Lord Nicholas Stern
Rund 1800 Menschen verfolgten den Vortrag von Nicholas Stern in der TU Berlin
Lupe

"Europa muss weiterhin die Führungsrolle gegen den Klimawandel unter den reichen Nationen der Welt übernehmen", appellierte Lord Nicholas Stern an das Publikum im TU-Audimax und an jene, die dem herausragenden Wissenschaftler in einem zweiten Hörsaal zuhörten, insgesamt rund 1800 Besucher. 33 Tage vor dem mit Spannung erwarteten Internationalen Klimagipfel in Kopenhagen hatten die Technische Universität Berlin, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sowie die Vattenfall Europe AG am 4. November zur ersten "Climate Lecture" mit dem Thema "The Economics of Climate Change" geladen.

"Es muss ein Signal von Europa ausgehen, ein erster Schritt, der die beteiligten reichen Länder überzeugt, dass sie bis 2015 bereits Milliarden US-Dollar investieren müssten, um die Entwicklungsländer bei ihren Bemühungen zu unterstützen, Aktionspläne gegen den Klimawandel aufzustellen", so wurde Stern in seinem Vortrag deutlich, der außerordentlich große öffentliche Beachtung fand. Professor Lord Nicholas Herbert Stern of Brentford ist Ökonom der renommierten London School of Economics und Autor des weltweit Aufsehen erregenden „Stern-Reports“ 2006, der erstmals ausführlich die wirtschaftlichen Kosten des drohenden Klimawandels beschrieben hatte. Für seine wegweisenden Forschungen, die auch die Strukturplanung der TU Berlin beeinflusst haben, erhielt Sir Nicholas Stern während der Lecture aus den Händen des TU-Präsidenten, Prof. Dr. Kurt Kutzler, sowie des Dekans der Fakultät VI Bauen Planen Umwelt, Prof. Dr. Rudolf Schäfer, die Ehrendoktorwürde der Universität.

Er sei glücklich, so Präsident Kurt Kutzler, dass für den ersten Vortrag dieser Reihe mit Lord Nicholas Stern ein Wissenschaftler gewonnen werden konnte, der den internationalen Diskurs zur Klimapolitik in bisher beispielloser Weise beeinflusst habe, der mit seiner brillanten Arbeit die Lücke zwischen Wissenschaft und Politik schließe. "Auch die Strukturplanung der TU Berlin wurde von den Forschungen Nicholas Sterns beträchtlich beeinflusst", erklärte Kutzler. "Unsere Entscheidung, einen Schwerpunkt auf den Klimawandel zu setzen, führte zu der Einrichtung der Professur ,Ökonomie des Klimawandels‘, gemeinsam mit dem PIK und der Michael-Otto-Stiftung." Auch die im letzten Jahr gegründeten Innovationszentren "Energie" und "Gestaltung von Lebensräumen" legten Zeugnis ab von dem Nachdruck, mit dem die TU Berlin das Thema wissenschaftlich vorantreiben wolle.

Geboren worden war die Idee für die Vortragsreihe anlässlich der Antrittsvorlesung zu der Professur, die mit dem stellvertretenden Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, hervorragend besetzt sei. Vattenfall Europe habe diese Idee der Vortragsreihe dankenswerterweise aufgegriffen und eine gemeinsame Initiative der drei Institutionen angeregt.

"Wir sind Teil des Problems, aber gleichzeitig Teil der Lösung", erklärte denn auch Tuomo Hatakka, Vorsitzender der Vattenfall Europe AG, freimütig in seinem Grußwort. Er meinte damit, dass Vattenfall sowohl einer der größten Energielieferanten Europas sei, gleichzeitig damit aber auch einer der größten CO2-Emittenten. Genau darum sei man auch einer der Vorreiter in der Entwicklung neuer Technologien zur Reduzierung dieses Ausstoßes. Er nannte unter anderem die große Pilotanlage zur unterirdischen CO2-Speicherung "Schwarze Pumpe". "Ich bin fest überzeugt, dass dies eine sinnvolle, zukunftsweisende und funktionierende Technologie ist – unsere größte Herausforderung dabei ist die öffentliche Akzeptanz."

Ottmar Edenhofer wies in seiner Laudatio darauf hin, dass Ökonomen oft als Zyniker betrachtet würden, die ihr Augenmerk nur auf die Kosten des Klimawandels richteten und den Wert einer funktionierenden Natur gering schätzten. Doch der Stern-Report sei nicht nur von einem exzellenten Ökonomen verfasst worden, sondern auch von einem hervorragenden Politikberater mit profundem Verständnis für ökonomische, politische und ökologische Prozesse. Er konfrontiere Politiker mit den Konsequenzen ihrers Handelns. Keiner könne sagen, was am Ende herauskommen wird, doch Nicholas Stern sei es zu danken, dass die Debatte um den Klimawandel sich endlich in die richtige Richtung bewege.

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 11/2009

"Es muss ein Signal von Europa ausgehen, ein erster Schritt, der die beteiligten reichen Länder überzeugt, dass sie bis 2015 bereits Milliarden US-Dollar investieren müssen."
Lord Nicholas Stern

Die Pressestelle der TU Berlin hat im Internet die erste Climate Lecture dokumentiert und Materialien, Reden sowie Filme zum Download bereitgestellt.

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