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TU Berlin

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Vermischtes

Jahr der Astronomie

Donnerstag, 16. Juli 2009

Dynamik der Stromlinien

Der Einsteinturm auf dem Telegrafenberg in Potsdam
Der Einsteinturm auf dem Telegrafenberg in Potsdam
Lupe

Die Idee für ein astrophysikalisches Forschungsinstitut, das sich mit der experimentellen Prüfung der Einstein’schen Relativitätstheorie befassen sollte, hatte der Potsdamer Astronom Professor Erwin Freundlich (1885-1964) vor dem Ersten Weltkrieg. Er pflegte schon seit 1911 engen Kontakt zu Einstein. Doch es fehlte noch die geniale architektonische Idee für ein solches Observatorium. Da traf der Astronom bei einem Konzertbesuch auf einen jungen Architekten, den noch unbekannten Erich Mendelsohn (1887-1953) und machte ihn mit seinem Projekt bekannt.  Mendelsohn zog mit dieser Idee im Kopf 1914 ins Feld und sandte bald briefmarkengroße Entwurfsskizzen an den Astronomieprofessor. Trotz Not und Niederlage stellten die Behörden 1919 Geld für das Projekt zur Verfügung. Inzwischen galt Einstein weltweit als genialer Physiker. Mit seinem Ruhm wollte die deutsche Republik das eigene Image aufpolieren. Das Geld reichte jedoch nicht und so initiierte Freundlich eine "Einstein-Spende". Obwohl es sein Erstlingswerk war, erhielt Mendelsohn den Auftrag. Doch die damalige Schalungstechnik war nicht in der Lage, die gewünschten Rundungen mit Beton zu erreichen. So wurde der Turm weitgehend in verputztem Backstein ausgeführt. Im Dezember 1924 - nach Lieferung der Zeiss-Instrumente - begann das Institut mit der wissenschaftlichen Arbeit. Es war vor allem ein Sonnenobservatorium. Das Teleskop im Einsteinturm gehörte bis 1939 zu den modernsten seiner Art. Durch die Stromliniendynamik galt das Gebäude als Sensation. Mendelsohn war mit einem Schlag berühmt. Ganz Berlin sprach über den genialen Architekten. Das Pressehaus Mosse beschloss die Umgestaltung des Verlagsgebäudes mit Mendelsohn’schem Schwung. Der Einsteinturm hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Ein Besuch lohnt sich, doch bitte vorher anmelden.

Hans Christian Förster / Quelle: "TU intern", 7/2009

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