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TU Berlin

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Jahr der Astronomie

Mittwoch, 17. Juni 2009

Die Astronomen-Dynastie Kirch

Als im Jahre 1700 in Berlin auf Initiative von Gottfried Wilhelm Leibniz die Königliche Sozietät der Wissenschaften gegründet wurde, sollte sie mittels Kalenderpatent finanziert werden. Zu diesem Zweck wurde ein Sternwartenturm am alten Marstallgebäude in der Dorotheenstadt errichtet, das ab 1706 bereits benutzt werden konnte. Als erster Direktor wurde 1700 Gottfried Kirch (1639-1710) berufen, zu diesem Zeitpunkt einer der bedeutendsten deutschen Astronomen. In Guben, Lobenstein, Coburg und Leipzig hatte er seit 1667 volkstümliche Kalender von großer Beliebtheit herausgegeben. Außerdem widmete er sich als einer der ersten Astronomen der systematischen Kometensuche mit Fernrohr. In Maria Margaretha Winkelmann fand der junge Witwer eine astronomiebegeisterte Frau (1670-1720), die er 1692 heiratete und mit der er vier Kinder bekam. Maria Margaretha war nicht nur eine gute Assistentin ihres Mannes, sie betätigte sich auch selbst als Astronomin. So entdeckte sie den Kometen von 1702 und verfasste 1712 eine Schrift über die bevorstehende Konjunktion von Jupiter und Saturn. Sohn Christfried Kirch (1696-1740) wurde ebenfalls Astronom. Nach einer Studienzeit in Nürnberg, Leipzig und Danzig sowie einem Aufenthalt in St. Petersburg, wo er das Polarlicht beobachtete, kam er 1716 wieder nach Berlin und wurde Direktor der Berliner Sternwarte. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tode inne. Seine Mutter und die Schwestern Christine und Margarethe unterstützten ihn bei den Kalenderberechnungen. Christine Kirch führte das "Kalenderamt" sogar bis 1772 in Berlin weiter. Christfried Kirch beobachtete Sonnen- und Mondfinsternisse und gab 1737 die Beobachtungen seines Vaters über Kometen heraus. Bereits zu Gottfried Kirchs Zeiten existierte ein Datenaustausch zwischen den Sternwarten in Paris, Berlin und Peking.

Hans Christian Förster / Quelle: "TU intern", 6/2009

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