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TU Berlin

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Die 68er - vierzig Jahre danach

Montag, 14. April 2008

Was wissen die heutigen Studierenden aus dieser Zeit?

Den brodelnden Höhepunkt der Studentenrevolte bildete in Berlin und Paris das Jahr 1968. Als Beginn der eigentlichen Studentenrevolte wird oft der Vietnam-Kongress im Februar des Jahres an der TU Berlin gesehen. Alle nationalen und internationalen Protagonisten der Bewegung waren dabei. Er endete in einer Massendemonstration gegen den Vietnamkrieg. Die Auswirkungen auf Gesellschaft und Universität in den folgenden Jahren waren tief greifend: Abbau von Hierarchien, Aufbau von Mitbestimmung, das Ende der Verklemmtheit, Frauenbewegtheit, intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit und vieles mehr. Sind die 68er heute noch ein Thema bei den Studierenden? Was ist überhaupt noch bekannt aus dieser Zeit?  TU intern hat Studierende und Zeitzeugen auf dem Campus Charlottenburg befragt.

Phillip Hummel  studiert Physik
Phillip Hummel studiert Physik
Lupe

Unser letzter Außenminister war ja auch ziemlich aktiv in der Szene damals. Ich denke, es gibt Probleme, mit denen sich die 68er auseinandergesetzt haben, die noch immer präsent sind, und das ist vor allem den jungen Leuten auch bewusst. Die 68er haben aber auch schon viel geleistet für Toleranz in der Gesellschaft. Insbesondere haben sie aufgearbeitet, was alles im Krieg geschehen ist und nicht wirklich aufgeklärt wurde. Darunter gab es aber auch Leute, die es ein wenig übertrieben haben mit ihrer versuchten Aufklärung. Daraus ist dann zum Teil die RAF-Bewegung hervorgegangen. Ich stehe dieser Zeit positiv gegenüber und finde, man sollte nicht alles so hinnehmen, was geschieht, und versuchen die Welt mit offenen Augen zu betrachten.

Pascal Meyer studiert Wirtschafts- und Gesellschaftskommunikation an der UdK
Pascal Meyer studiert Wirtschafts- und Gesellschafts- kommunikation an der UdK
Lupe

Mir fällt da Rudi Dutschke ein - muss ich noch mehr sagen? Die 68er haben schon entscheidende Auswirkungen gehabt für die westliche Gesellschaft: Frauenrechte, sexuelle Freiheit. Und der Muff unter den Talaren - ich duze immer noch keinen meiner Professoren. Ich finde, in Deutschland könnte die Beziehung zwischen Profs und Studenten persönlicher sein.

Hermann Bresiensky  ist Renter
Hermann Bresiensky ist Renter
Lupe

Die 68er wirken heute noch nach, besonders, was die Situation der Frau betrifft in Wirtschaft und Wissenschaft. Ich kann mich noch gut erinnern, wie es auf den Straßen tobte, sowohl in Paris als auch in Berlin. Es war eine unruhige Zeit. Für die Lehre bedeutete es, dass mehrere Studienjahre verloren gingen. Die Professoren stellten unter Druck Testate aus und die Studenten waren nicht ganz für das Studium da. Der Zusammenschluss mehrerer Disziplinen hingegen war ein absolut positiver Effekt.

Sofia Darian studiert Wirtschaftsingenieurwesen
Sofia Darian studiert Wirtschafts- ingenieurwesen
Lupe

68er sagen mir nichts … nie gehört - ich bin einfach eine fleißige Studentin und interessiere mich nicht für Politik.

Felix Altgel studiert Wirtschaftsingenieurwesen
Felix Altgel studiert Wirtschafts- ingenieurwesen
Lupe

Ich weiß, dass der AStA in den 68ern gegründet und damals das Mitspracherecht von Studierenden durchgesetzt wurde. Sie haben damals die Aufarbeitung des Nationalsozialismus angeschoben, aber mehr fällt mir zu dem Thema nicht ein. Ich finde auch, dass die meisten Leute darüber viel zu wenig wissen, ich selbst inklusive. Obwohl es eine wichtige Zeit für uns war. Die heutige Generation der Studierenden ist eher unpolitisch und empfindet sich auch selbst so.

Ilse Bresiensky ist Rentnerin
Ilse Bresiensky ist Rentnerin
Lupe

Die Frauen haben von diesen Jahren sehr profitiert: Selbstständigkeit im Beruf und überhaupt die Anerkennung ihrer Leistung. Auch die Tatsache, dass man sich als Frau einen Beruf wählen konnte, war vorher nicht üblich. Das war so das Wesentliche, aber sonst fand ich, dass diese Zeit sehr gewalttätig war. Da fühlte ich mich stellenweise an den Krieg erinnert.

Quelle: "TU intern", 4/2008

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