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Das Allerletzte

Dienstag, 17. Juni 2008

Kostenfaktor Mensch

Der Mensch ist ein Übel. Ein Kostenfaktor. Er raucht, trinkt, ist zu dick, ist magersüchtig, depressiv, fährt Auto und verunfallt oder bricht sich den Hals bei Fun-Sportarten. Und kostet und kostet. Aber es gibt auch den Gutmenschen. Er joggt jeden Tag, isst maßvoll, zeigt rauchende Mitbürger an und mit dem Finger auf Übergewichtige, fährt - wenn er fährt - nur mit Biosprit, der unsere Wälder schont und nur die weit entfernten Regenwälder zerstört. Zur Arbeit fährt er umweltfreundlich Fahrrad und bringt im Urlaub Lebensart auch in die entlegensten Winkel der Welt - natürlich per Flugzeug.

Doch nun hat eine Studie die heile Welt der Gutmenschen in Aufruhr versetzt. Veröffentlicht von der angesehenen "Public Library of Science Medicine", behaupten niederländische Forscher, die Dünnen seien es in Wahrheit, die das Gesundheitssystem kostentechnisch belasteten. Dicke und Raucher kosteten die Solidargemeinschaft der Krankenkassen zwar zunächst mehr als gleichaltrige dünne Nichtraucher, dafür lebten sie kürzer. Was wollen uns die Wissenschaftler damit sagen? Muss man da gegensteuern? Und wie? Nichtraucher zum Rauchen animieren? Dünne zum Essen gegen ihre Natur? Flugverbot für dünne, nicht rauchende Rentner? Und was, wenn gegen jede wissenschaftliche Vorhersage ein dicker Raucher das Rentenalter erreicht? Kann man es eigentlich allen recht machen? Nein, das kann der Mensch, das Übel, der Kostenfaktor nicht allein. Da muss es gesetzliche Vorgaben geben. Und wer schaut aus der Mottenkiste? Das Unwort vom "sozialverträglichen Frühableben". Wenn man die niederländischen Wissenschaftler richtig versteht, wäre das aus finanztechnischer Sicht eigentlich am effizientesten.

pp / Quelle: "TU intern", 6/2008

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