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TU Berlin

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Vermischtes

Buchtipp

Dienstag, 17. Juni 2008

See-Young Cho
Lupe

TU intern fragt Menschen in der Uni, was sie empfehlen würden. Prof. Dr. See-Young Cho lehrt und forscht im Fachgebiet Allgemeine und Anglistische Linguistik des Instituts für Sprache und Kommunikation der TU Berlin.

"Zuerst vergessen sie die Worte, dann die Gefühle, zuletzt verblassen die Erinnerungen." Nach 17 Jahren politischer Gefangenschaft wird Oh Hyunuh 1999 in die Freiheit entlassen und muss sich nun in einem neuen, modernen und ihm fremden Südkorea zurechtfinden. Er lebt zunächst eine Weile bei seiner Schwester, die über all die Jahre die Briefe seiner ehemaligen Geliebten, der Malerin Han Yunhi, für ihn aufbewahrt hat. Über die Erinnerung an sie mit den so lange zurückliegenden Ereignissen der 80er-Jahre konfrontiert, begibt er sich schließlich auf eine Reise in die eigene Vergangenheit. Er besucht ehemalige Kameraden aus der Zeit der politischen Aufstände; und er reist in das Dorf Galmö, in dem er mit Yunhi eine Weile glücklich war - in einem kleinen Gartenhaus, Yunhis Atelier, das Sinnbild für die Sehnsucht nach Freiheit und einer besseren Zukunft ist. Als Hyunuh dort ihr Tagebuch findet, taucht er - im Wechsel mit seinen immer wiederkehrenden Erinnerungen an die lange Gefangenschaft - ein in ihr Leben nach seiner Verhaftung. Und was er dort entdeckt, ist der Schlüssel für ein neues Leben in der für ihn so veränderten Welt.

"Der ferne Garten" von Hwang Sok-Yong, 2005 auf Deutsch veröffentlicht, ist ein autobiografisch gefärbter Gesellschaftsroman, der auf intensive und bewegende Weise verdeutlicht, welche Auswirkungen die seit den 60er-Jahren andauernde Demokratisierungsbewegung in Korea auf das individuelle Leben jedes Einzelnen hat. Hwang Sok-Yong, geboren 1943 in Zhangchung in der Mandschurei, gilt als der bekannteste und wichtigste zeitgenössische Prosaautor Südkoreas. Sein umfangreiches Werk ist beeinflusst von der bewegten politischen Geschichte des Landes und wurde mehrfach ausgezeichnet. In den 90er-Jahren wurde er selbst wegen einer Reise nach Nordkorea zu sieben Jahren Haft verurteilt, und so sind auch seine Figuren meist Opfer von Unterdrückung, Gewalt und Verfolgung. Dieser Roman beschreibt die Kultur und das Denken zu einer Zeit der regimekritischen Aufstände meines Heimatlandes. Wer sich für das Gemüt und die Erfahrungen der Menschen in Korea interessiert, für den ist dieser Roman eine gute Einführung.

Quelle: "TU intern", 6/2008
Hwang Sok-Yong: Der ferne Garten,
dtv 2005, ISBN 978-3423244602

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