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Buchtipp

Montag, 15. Dezember 2008

Christine Scherrmann
Lupe

TU intern fragt Menschen in der Uni, was sie empfehlen würden. Christine Scherrmann ist Verwaltungsangestellte im Fachgebiet Kommunikationswissenschaft. Sie ist Kultursoziologin und veröffentlichte selbst Essays und einen Roman.

Religionen bekämpfen sich heute bedrohlich – was wissen wir eigentlich von ihnen? "Märtyrer-Porträts" heißt ein Buch, das Sigrid Weigel, Professorin für Literaturwissenschaft an der TU, herausgegeben hat und das ich empfehlen möchte, weil es die Geschichte von Judentum, Christenheit und Islam auf spannende Art ins Gedächtnis ruft. Das Buch ist gelehrt, aber in gut verständlicher Prosa geschrieben und eindrucksvoll mit Bildern versehen. Es erinnert daran: Im Kampf ums Überleben hat nicht allein der Islam – er ist die jüngste der drei Religionen, die alle gemeinsame Wurzeln haben – eine Märtyrer-Kultur entwickelt, deren Kraft bis heute wirkt. Immer noch kann auch für jüdische oder christliche Gläubige ein gefallener Soldat zum Märtyrer werden, der "ein Denkmal im Himmel" bekommt, wie ein Selbstmordattentäter im Islam. Das Buch "Märtyrer-Porträts" macht deutlich, dass unsere demokratischen Werte von Freiheit, Gleichheit und Solidarität zwar aus der zivilisierenden Seite dieser Religionen hervorgingen, aber dass zu ihrem Schutz demokratische Institutionen unerlässlich sind. Die religiösen Schriften sind leicht zu missbrauchen. Erst wenn demokratische Institutionen völkerrechtswidrigen Krieg und Terror gegen "das Böse" oder für "das Gute" eindeutig und radikal sanktionieren, um die Menschenrechte zu schützen, könnte die globalisierte Welt in Frieden die Vielfalt ihrer Kulturen, auch ihrer Religionen, genießen.

Quelle: "TU intern", 12/2008
Sigrid Weigel (Hrsg.): Märtyrer-Porträts
Wilhelm Fink Verlag 2007
ISBN 978–3–7705–4553–7

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