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TU Berlin

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Vermischtes

Buchtipp

Montag, 17. November 2008

Lupe
Dr. Martin Oellrich
Dr. Martin Oellrich
Lupe

TU intern fragt Menschen in der Uni, was sie empfehlen würden. Dr. Martin Oellrich arbeitete im Redaktionsbüro "Jahr der Mathematik" am TU-Institut für Mathematik und ist seit 1. Oktober Mathematik-Professor an der TFH Berlin.

Als Mathematiker bin ich skeptisch an das Buch "Die Musik der Primzahlen" von Professor Marcus du Sautoy herangegangen. Ich befürchtete entweder seine Abgehobenheit oder seine Ungenauigkeiten. Was mir aber dann die Lektüre bot, war eine fesselnde Reise durch Jahrhunderte ernsthafter Anstrengungen, die kryptischen Gesetzmäßigkeiten der Primzahlen zu verstehen. Immer wieder hatten einzelne Genies gänzlich neue Ideen, die auch die Art und Weise, Mathematik zu betreiben revolutionierten.

Es beginnt im Jahr 1997 mit einer enthusiastischen E-Mail, die eine enorme Wirkung hat. Um diese zu verstehen, sind die restlichen 348 Seiten des Buches da. Der Autor führt ein in die irreguläre Verteilung der Primzahlen und vermittelt die Faszination, die von ihrer Unbekanntheit ausgeht. Für alle Wissensfortschritte - allen voran die berühmte Riemann’sche Vermutung - findet er einfache Beschreibungen, die sich über das ganze Buch hinweg zu einem Gebäude aufbauen, das auch Laien begreifen. Dabei wird deutlich, dass die "Musik" im Titel tatsächlich eine bestimmte Charakteristik des Phänomens trifft.

Das Buch liest sich wie ein Roman, aber nichts daran ist erfunden. Im Gegenteil, die handelnden Personen lösen einander ab wie das Who-is-Who der Mathematik: Euler, Gauß, Riemann, Hilbert, Hardy, Selberg, Erdös, Gödel, Turing, um nur die bekanntesten zu nennen. Die Handlung packt durch ihre Stringenz, mit der diese Leute in ihrer Zeit und mit ihren Mitteln um das bis heute größte ungelöste Rätsel der reinen Mathematik gerungen haben. Ihre Position in der "Community", ihre Kontakte wie Animositäten untereinander werden lebendig beschrieben und  nach dem “Auftritt“ werden sie wieder sanft entlassen durch einen Nachspann bis zu ihrem Tod - sofern vor 2003. Sogar die Orte ihres Wirkens werden atmosphärisch erweckt.

Auch zu meinen angenehmsten beruflichen Aufgaben gehört es, die Begeisterung für mein Fach weiterzugeben. Ich schließe mich hier den Pressemeinungen an: Mein Kollege hätte es kaum besser machen können. Wer sich für Mathematik interessiert, die präziseste und zeitloseste Form des Denkens, wird diese Lektüre nicht bereuen.

Quelle: "TU intern", 11/2008
Marcus du Sautoy, Die Musik der Primzahlen, dtv Wissen 2004
ISBN 978-3-423-34299-5

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