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TU Berlin

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Das Hochspannungslabor im Lichthof

Montag, 16. Juli 2007

Trias von Forschung, Lehre und Experiment: Der Pionier der Elektrotechnik Adolf Matthias

Adolf Matthias’ Grab
Förster. Adolf Matthias' Grab auf dem Waldfriedhof in Zehlendorf
Lupe

Vor 125 Jahren, am 29. Juli 1882 wurde in Trier einer der großen Pioniere der Berliner Elektrotechnik geboren: Adolf Matthias. Gewitter- und Hochspannungsforschung waren seine Spezialgebiete. Sein bedeutendster Schüler an der Technischen Hochschule Berlin war der Nobelpreisträger Ernst Ruska, der als junger Doktorand in Matthias' Institut das Elektronenmikroskop - quasi als ein geniales "Nebenprodukt" der Forschung - entwickelte (TU intern, 12/2006).

Schon als Schüler in Koblenz faszinierte Matthias die Naturerscheinung des Blitzes. Er studierte von 1902 bis 1906 an der TH Hannover Elektrotechnik, kam 1907 nach Berlin, wirkte als Assistent von Friedrich Eichberg in der Bahnfabrik der AEG und wurde Leiter der Prüffelder und des Entwicklungslaboratoriums der Hochspannungsfabrik. 1913 folgte er einem Ruf an die Technische Staatslehranstalt Hamburg als Oberlehrer für allgemeine Elektrotechnik und Leiter des Starkstrom- und Hochspannungslaboratoriums.

Von Anfang an waren Experiment, Lehre und Forschung jene Trias, die sein Leben bestimmen sollte. Selbst während des ersten Weltkrieges war er als Offizier mit Energiefragen betraut.

Danach trat Matthias als Chefingenieur erneut in den Dienst der AEG. Die 1921 von den deutschen Elektrizitätswerken gegründete "Studiengesellschaft für Hochspannungsanlagen" übertrug ihm den Vorsitz. Dort befasste er sich mit der Erforschung von Gewittereinwirkungen auf Hochspannungsanlagen, der Untersuchung von Raureifstörungen an Freileitungen sowie Arbeiten zur Verbesserung der elektrischen Isolierstoffe, Schlüsselfragen im Zeitalter einer massenhaften Elektrifizierung von Kleinbetrieben und Haushalten. Matthias erwies sich als vorzüglicher Forschungsmanager und pflegte eine intensive Zusammenarbeit mit den verschiedensten Hochschulinstituten, besonders mit der TH Berlin, die ihn 1925 zum Honorarprofessor ernannte und schon 1926 zum ordentlichen Professor für Hochspannungstechnik und elektrische Anlagen. Zugleich sollte an der TH ein Hochspannungslaboratorium geschaffen werden.

In Ermangelung eines alternativen Ortes erhielt es zunächst in einem Lichthof der Hochschule erste Unterkunft. Das wichtigste Messgerät für das Laboratorium wurde der Kathodenstrahlenoszillograf. Die Analogie der Kathodenstrahlen zum Lichtstrahl ließ im Institut die Idee einer neuen Mikroskopie entstehen. Matthias gab solchen innovativen Ideen einen Freiraum und baute zugleich das Hochspannungslaboratorium weiter aus. Von der TH siedelte man nach Babelsberg, auf das alte Gelände des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Sprengstoff über.

1945 wurde das Laboratorium vollständig von der Roten Armee demontiert und in die Sowjetunion gebracht. Matthias stand vor dem Aus. Doch er kehrte an seinen alten Arbeitsort, die neu gegründete TU Berlin, zurück und begann mit dem Neuaufbau seines Forschungsgebiets. Über seine Emeritierung hinaus blieb er der TU verbunden. Er starb - fast bis zuletzt forschend tätig und hochgeehrt unter anderem als Ehrensenator der TU Berlin - am 3. 9. 1961. Sein Grab befindet sich wie auch das seines berühmtesten Schülers, Ernst Ruska, auf dem Waldfriedhof Zehlendorf. Die neue Einrichtung für Hochspannungsforschung wurde in seinem Todesjahr "Adolf-Matthias-Institut" benannt.

Hans Christian Förster / Quelle: "TU intern", 7/2007

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