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TU Berlin

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Bildräume: Biologie und Bauen

Seit den 1950er-Jahren spielt die Entwicklung zwei- und drei dimensionaler Visualisierungstechniken für die Herstellung und Wahrnehmung von Wissen in Kunst, Wissenschaft und Architektur eine zentrale Rolle. Ausgehend von der interdisziplinären Zusammenarbeit des Architekten Frei Otto und des Biologen Gerhard Helmcke, die 1961 in Berlin ihren Anfang nahm, erkundet die Ausstellung die Rolle fotografischer Techniken beim künstlerisch-wissenschaftlichen Experimentieren. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Studierenden der Universität der Künste Berlin, Fakultät Gestaltung, Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung und der Technischen Universität Berlin, Fakultät I, Fachbereich Wissenschaftsgeschichte kuratiert.

Zufall oder Evolution? Mikroskopisch kleine Kieselalgen und Kuppelbauten der Nachkriegszeit weisen oft die gleichen grundlegenden Strukturmerkmale auf, obwohl dies nachweislich nicht von den Architekten beabsichtigt war. Angeregt durch diesen überraschenden Befund gründeten der Biologe Gerhard Helmcke und der Architekt Frei Otto 1961 an der Technischen Universität Berlin die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Biologie und Bauen“. Ziel ihrer Zusammenarbeit war es, ein besseres Verständnis von Biologie, Technik und Architektur zu erlangen und die Prinzipien des „natürlichen Bauens“ zu erfassen. Ihre Forschungen sollten einerseits zu einem besseren Verständnis der Lebenswelt führen, andererseits sollte die Zukunft der gebauten Umwelt im Spannungsfeld von Technik und Natur gestaltet werden.

Dreidimensionale Elektronenmikroskopie, frühe Methoden der computerbasierten Grafik – wie der von Konrad Zuse entwickelte Graphomat und andere Methoden der Visualisierung – ermöglichten es, Analogien zwischen Natur und Technik zu erkennen. In der Ausstellung eröffnen Archivmaterialien und Leihgaben aus der Privatsammlung von Prof. Berthold Burkhardt Einblicke in die Forschungen der Arbeitsgruppe. Mit der Entwicklung der Bionik und biomimetischer Ansätze rücken aktuell Fragen nach dem Verhältnis von Technik, Wissen und Umwelt in den Blick. Die Praxen der Berliner Arbeitsgruppe werden daher sowohl späteren
Ergebnissen technisch-wissenschaftlichen und künstlerischen Schaffens, als auch studentischen Arbeiten gegenübergestellt.

Die Ausstellung, die sich den spezifischen Prozessen der wissenschaftlichen und künstlerischen Forschungen widmet, ist in drei Themenschwerpunkte gegliedert: Analogien zeigt, wie Fotografien Ähnlichkeiten zwischen Natur und Technik sichtbar werden lassen, die dann in strukturelle Analogien übergehen. Stereobilder thematisiert experimentelle Versuchsanordnungen, in denen die Fotografie als Dokumentations- und Messinstrument der Sicherung von instabilen und flüchtigen Modellen dient. Informationsverarbeitung geht Fragen der Informationsverarbeitung in Biologie, Architektur und Informatik nach. Es werden Kunstprojekte gezeigt, die ästhetisch-bildliche und informationstheoretische Vorstellungen von Form und Information miteinander verbinden.

Ausstellung "Bildräume: Biologie und Bauen"
Zeit: bis 21. Mai 2018, täglich von 11–19 Uhr, donnerstags 11–20 Uhr

Ort: Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, 10623 Berlin

Die von Nathalie Bredella (Universität der Künste Berlin, Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung) und Arianna Borrelli (Technische Universität Berlin, Wissenschaftsgeschichte) kuratierte Ausstellung zeigt Arbeiten von Cristina Achury, Yakup Altun, Hsiang fu Chen, Elisabeth Eichler, Mads Fransen, Hannes Hehemann, Li Chi Hsiao, Junqiao Huang, Kathrin Hunze, Xiangying Li, Sebastian Madré, Océane Réveillac, Philipp Rohé, Liu Ting, Wiebke von Bremen, Marie Vorbeck, Yanik Wagner, Julius Winkler (Universität der Künste Berlin, Fakultät Gestaltung), Luise Beddies, Denise Bode, Franziska Brecht, Johanna Geßner, Benjamin Gruber, Gloria Manna, Maria Niklaus, Caterina Otto, Elisa Quast, Jessica Reißig, Elisabeth Silberbach, Stephanie Ventura und Josephine Wunderlich.

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