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Sensationeller Fund auf dem Parkplatz

König Richard III.
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Von einer Sekunde zur anderen veränderte sich sein Leben, als der Kanadier Michael Ibsen diesen Anruf aus England bekam: Er sei mit allergrößter Wahrscheinlichkeit mit Richard III. verwandt, dem letzten englischen König aus der Linie der Plantagenets, der vor mehr als 500 Jahren in einer Schlacht gefallen war.

„Ein Pferd, ein Königreich für ein Pferd“, hatte der hässliche, bucklige und skrupellos mordende König vergeblich angeboten, zu Fuß und verletzt auf dem Schlachtfeld herumirrend. So jedenfalls hatte rund 100 Jahre später William Shakespeare Richards III. Lebensende in seinem gleichnamigen Drama beschrieben, und so blieb er Generationen von Menschen weltweit in Erinnerung. Historiker zweifeln heute daran, dass die literarische Darstellung und die historische Wahrheit übereinstimmen. Doch seit 2013 ist eins nicht mehr zu leugnen: Richard war bucklig, zumindest von sehr schiefer Körperhaltung.

Schon das Skelett zeigt Schlacht- und Kampfverletzungen, die zu den historischen Beschreibungen passen
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Schon das Skelett zeigt Schlacht- und Kampfverletzungen sowie eine starke Verkrümmung der Wirbelsäule, die zu den historischen Beschreibungen passen
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Als Dr. Turi King und weitere Wissenschaftler am 4. Februar 2013 vor die Weltpresse traten, hatten sie eine Sensation zu verkünden: Bei dem Skelett, das bei Ausgrabungen unter einem Supermarkt-Parkplatz in der Nähe von Leicester im August 2012 gefunden worden war, handelte es sich um die Überreste von König Richard III. Er war 1485 in der Schlacht von Bosworth gefallen, seine Leiche zum nahe gelegenen Kloster der Grey Friars-Bruderschaft, gebracht und eilig und ohne Pomp beerdigt worden. Wenige Jahre später war das Kloster aufgelöst und die Gebäude abgetragen worden. Damit geriet auch das Grab in Vergessenheit. Mit der schwierigen Gen-Analyse – die DNA ist mehr als 500 Jahre alt und entsprechend degeneriert – wurde die Molekulargenetikerin, Anthropologin und Archäologin Dr. Turi King betraut. Doch für einen Vergleich benötigte sie einen lebenden Verwandten. Man fand bestimmte Merkmale, die nur über die weibliche Linie vererbt werden. Die detektivische Verfolgung der Linie einer Schwester Richards, Anne of York, führte über viele Generationen zu der Kanadierin Joy Ibsen, die allerdings leider verstorben war. So kam Michael Ibsen, ihr Sohn, ins Spiel. Er war bereit, eine Probe abzugeben – und das brachte den Durchbruch. In der diesjährigen Queen’s Lecture der TU Berlin wird Turi King ausführlich über die Details dieses Wissenschafts-Krimis berichte

Die Lösung des 500 Jahre alten -Rätsels um König Richard III.

Der Präsident der TU Berlin, Prof. Dr. Christian Thomsen, lädt ein zur diesjährigen Queen’s Lecture. Sie beschäftigt sich mit dem sogenannten „Grey-Friars-Projekt“ und der Wiederentdeckung der 500 Jahre lang verschollenen Gebeine von König Richard III., dem letzten Plantagenet-König von England. Dr. Turi King, Genetikerin und Archäologin von der Universität Leicester, wird mit ihrem Vortrag „King Richard III – The resolution of a 500 year old mystery“ erläutern, auf welche Weise das Geheimnis gelüftet werden konnte.

Die Queen’s Lecture wird unterstützt von der Britischen Botschaft und dem British Council. Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten, die Anmeldung hat bereits begonnen:

Zeit: 1. November 2016, 17 Uhr
Ort: TU Berlin, Hauptgebäude, Audimax


www.tu-berlin.de/queenslecture

pp, "TU intern" Oktober 2016

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