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Technik und Poetik

Freitag, 20. Januar 2012

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Anfang Februar veranstaltet das Fachgebiet Literaturwissenschaft der TU Berlin ein Symposium in Erinnerung an Walter Höllerer. Vor genau 50 Jahren, im Winter 1961/62, fand jeweils montags im Großen Saal der Berliner Kongresshalle die internationale Lesereihe "Literatur im technischen Zeitalter" statt, die vom Sender Freies Berlin live übertragen wurde und in der neben Ingeborg Bachmann, Witold Gombrowicz, John Dos Passos und Henry Miller auch die bekanntesten Vertreter des Nouveau Roman, Natalie Sarraute, Alain Robbe-Grillet und Michel Butor, auftraten. Geleitet wurde die Reihe von Walter Höllerer, Schriftsteller, Literaturmanager und von 1959 bis 1988 Ordinarius für Literaturwissenschaft an der TU Berlin, der zur gleichen Zeit sowohl die bis heute erscheinende Zeitschrift "Sprache im technischen Zeitalter" als auch ein gleichnamiges Universitätsinstitut ins Leben rief. Auf dem Symposium anlässlich dieses Jubiläums sollen Schriftsteller und Wissenschaftler gleichermaßen zu Wort kommen. Der Titel "Technik und Poetik" soll dabei an Höllerers Absicht erinnern, einer bezüglich ihres umfassenden "technischen" Charakters noch stummen Gegenwart mit Hilfe der Literatur und ihrer Schreibexperimente zur Sprache zu verhelfen. Als Forschungsprogramm lebt die in Höllerers berühmter Formel von der "Sprache im technischen Zeitalter" verdichtete Frage heute in vielerlei Hinsicht in den Arbeiten von Kultur- und Medienwissenschaft fort. Gegenüber deren stark historisch ausgerichtetem Interesse bleibt aber sein emphatischer Gegenwartsbezug auf ganz eigene Weise virulent. Es entspricht somit dem Anliegen Höllerers, wenn das Symposium auf eine detaillierte Rückschau verzichtet und stattdessen versucht, seine "Formel" aus der Gegenwart heraus zu befragen und neu durchzuspielen. Wenn in diesem Rahmen auch die Musik Berücksichtigung findet, so deshalb, weil es neben Höllerer der Musikwissenschaftler Hans Heinz Stuckenschmidt war, der mit seinen Überlegungen und Veranstaltungen zur "Musik im technischen Zeitalter" den einzigartigen Laborcharakter der Geisteswissenschaften an der TU Berlin in den 1960er-Jahren prägte.

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Zu den Gästen des Symposiums gehören neben dem Literaturkritiker Helmut Böttiger (Berlin) die Schriftsteller Dietmar Dath (Frankfurt/Main) und Richard Kostelanetz (New York). Neben den Vorträgen wird eine Aufführung des "Poème électronique" von Edgar Varèse, Iannis Xénakis und Le Corbusier im Hörsaal 104 zu hören sein, der mit der akustischen Raumsimulationstechnik zur Wellenfeldsynthese ausgestattet ist.

Zeit: Donnerstag, 2. 2. 2012, 14-21 Uhr

Ort: Senatssaal H 1035 und Hörsaal 104 im TU-Hauptgebäude, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

Kontakt:

Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 1/2012

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