direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Inhalt des Dokuments

Forschung

Die Zwillingsschwester der Sonne

Montag, 16. Dezember 2013

2500 Lichtjahre entfernt kreisen sieben Planeten um einen Stern – ähnlich unserem Sonnensystem

„KOI-351“ ist das bisher umfangreichste Planetensystem an einem anderen Stern. Chance für Leben im Weltall?
Lupe

Der deutschen Sternenforschung ist ein wichtiger Schritt bei der Suche nach einem „Zwillingssonnensystem“ gelungen und damit bei der Suche nach möglichen Lebensräumen im Weltall. Ein Team von Astrophysikern um Dr. Juan Cabrera vom Institut für Planetenforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat mit deutschen und europäischen Kollegen das bisher umfangreichste Planetensystem an einem anderen Stern entdeckt: Um „KOI-351“ kreisen sieben Planeten. Zu der Forschungsgruppe gehört auch die Leiterin der Abteilung Extrasolare Planeten und Atmosphären, Prof. Dr. Heike Rauer, die gleichzeitig das Fachgebiet für Astrophysik und Planetenphysik an der TU Berlin leitet.

Um kein anderes bekanntes Himmelsgestirn außerhalb unseres Sonnensystems ziehen so viele Planeten ihre Bahnen wie um „KOI-351“ – und sind darüber hinaus ähnlich angeordnet wie die Planeten, die unsere Sonne umkreisen: kleine Gesteinsplaneten rotieren eng am Zentralgestirn, und riesige Gasplaneten, wie bei uns Jupiter oder Saturn, kreisen in größerer Entfernung. Das System „KOI-351“ ist rund 2500 Lichtjahre von der Erde entfernt. Es war vom NASA-Weltraumteleskop Kepler in den letzten Jahren beobachtet und als „Kepler Object of Interest“ (KOI) eingestuft worden, weil es die Existenz von „extrasolaren“ Planeten, sogenannte Exoplaneten, vermuten ließ. Drei von ihnen wurden bereits in den letzten Jahren entdeckt. Sie umkreisen den Stern in 331, 211 und 60 Tagen – Umlaufzeiten, die mit denen von Erde, Venus und Merkur vergleichbar sind. Die neu entdeckten Planeten benötigen sieben, neun, 92 und 125 Tage für einen Umlauf.

Ermöglicht hat diese Entdeckung ein neu entwickelter, spezieller Computer-Algorithmus, der die charakteristischen Lichtkurven, die den „Transit“ beziehungsweise den Vorbeizug eines Planeten vor dem Stern verraten, aus den Kepler-Messungen herausfiltern konnte. Es sei ein großer Schritt auf der Suche nach einem „Zwilling“ unseres Sonnensystems und damit nach einer zweiten Erde, so Juan Cabrera. Heike Rauer fügt hinzu: „Die Entdeckung dieses komplexen Planetensystems hilft uns, die Prozesse, die solche Planetensysteme entstehen lassen, besser zu verstehen.“

Patricia Pätzold

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.