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TU Berlin

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Forschung

Nachgefragt bei Günter Tränkle: Wissenschaft als Taktgeber für Innovationen

Montag, 16. Dezember 2013

Die Zukunftstechnologie Optik entwickelt sich dynamisch in der Region

Prof. Dr. Günter Tränkle ist Direktor des Ferdinand-Braun-Instituts in Berlin und Sprecher des Technologie-Clusters „Optik“ in Berlin-Brandenburg. Er leitet an der TU Berlin das Fachgebiet Mikrowellen- und Optoelektronik
Lupe

Die Entwicklung der Cluster ist Teil der gemeinsamen Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg, „innoBB“. Beide wollen die Hauptstadtregion als international wettbewerbsfähigen Innovationsraum weiterentwickeln. Welche Rolle spielt die Wissenschaft dabei?

In Berlin gibt es aus historischen Gründen nur noch wenige große Unternehmen. Da nicht zu erwarten ist, dass sich Unternehmen mit umfassenden industriellen Produktionskapazitäten von außen ansiedeln werden, müssen die Impulse von innen kommen. Berlin und Brandenburg können mit vielfältigen Forschungseinrichtungen, Hochschulen und einer Fülle kleiner und mittelständischer Unternehmen im Hochtechnologiebereich punkten – nirgends ist die Forschungsdichte so hoch. Die Wissenschaft muss daher als „Taktgeber“ die Grundlagen für neue Kenntnisse und Fertigkeiten legen, die die Basis für neuartige Entwicklungen und Produkte sind. Enge Kooperationen mit Unternehmen sichern den raschen Technologietransfer. Das stärkt die Nachfrage und die heimische Wirtschaft.

Warum wurde das Thema Optik und Mikrosystemtechnik als einer der fünf länderübergreifenden Cluster ausgewählt?

Zum einen bietet Berlin in diesem Feld besonders hochkarätige und umfassend aufgestellte Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen. Viele sind mit hoch spezialisierten Produkten am Markt unterwegs, häufig sogar als Marktführer. Zum anderen sind Optik und Mikrosystemtechnik Querschnittstechnologien, deren Entwicklungen in vielen Branchen genutzt werden und dort Innovationen vorantreiben. Durch diese Flexibilität passt der Cluster besonders gut zur „kleinteiligen“ Wirtschaft in Berlin.

Welche Rolle spielen die Ausgründungen beziehungsweise die Ansiedlungen von KMU im Umfeld von Forschungseinrichtungen für die Entwicklung von Industriearbeitsplätzen im Optik-Cluster und damit für die Region?

Sie stärken die Wirtschaft und schaffen Hightech-Arbeitsplätze. Alleine im Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof gibt es fast 450 Unternehmen mit insgesamt mehr als 5000 Beschäftigten. Getrieben von ihrer Marktkenntnis – häufig in Nischenmärkten oder als Anbieter von Speziallösungen – beauftragen sie in unserem Institut F-&-E-Leistungen, die genau auf ihre spezifischen Erfordernisse zugeschnitten sind. Zugleich sind Ausgründungen und KMU wichtige Partner für uns Forschungseinrichtungen, um neue Ergebnisse auf dem Markt zu positionieren. Die räumliche Nähe am Standort erleichtert die enge Abstimmung und sichert die Nachfrage.

Das Ferdinand-Braun-Institut entwickelt unter anderem leistungsstarke und hochbrillante Diodenlaser für die Materialbearbeitung, Medizintechnik und Präzisionsmesstechnik. Hier ergeben sich Schnittpunkte zu anderen Industriezweigen. Welche Vorteile bringt das konkret für die Entwicklung des Clusters?

Optik und Mikrosystemtechnik sind eine Branche, die ihre ureigenen Produkte stetig weiterentwickelt, aber eben auch eine Schlüsseltechnologie für viele Anwendungsfelder. Durch diesen Blick über den Tellerrand entstehen neue Impulse für Forschung und Entwicklung, die zu Wachstum führen und neue Märkte für diese Querschnittstechnologie erschließen.

Ihr TU-Fachgebiet Mikrowellen- und Optoelektronik, erforscht vor allem Höchstfrequenz-Bauelemente für die Kommunikationstechnik und Sensorik. Was kann die TU Berlin in diesen Cluster einbringen?

Dies ist ja nur ein kleiner Bereich. Das Angebot der TU Berlin umfasst weit mehr „verwandte“ Fachgebiete: von der Elektrotechnik mit Kommunikationstechnologien der Zukunft über die Physik mit neuen Halbleiter-Bauelementen bis hin zur photonischen Grundlagenforschung. Da gibt es vielfältige Anknüpfungspunkte für einen interdisziplinären Austausch und neue Ansätze.

Welche Bedeutung haben hier universitäre Forschung und Lehre?

Gut ausgebildete Nachwuchs- und Fachkräfte sind im Hochtechnologiebereich unerlässlich. Die universitäre Forschung und Lehre legen die Basis für das grundlegende Verständnis physikalischer oder elektronischer Prozesse und vermitteln hoch spezialisiertes Wissen. Von diesen Qualifikationen profitieren auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Hightech-Unternehmen. Zusätzlich treiben im Rahmen von Joint Labs übergreifende Arbeitsgruppen aus universitärer und außeruniversitärer Forschung ihre Arbeiten gemeinsam voran und schlagen so den Bogen zwischen grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung.

Welche Meilensteine sind im Masterplan des Clusters Optik anvisiert?

Die speziellen Herausforderungen in den Handlungsfeldern sind identifiziert: in der Lichttechnik, Lasertechnik, optischen Analytik, Optik für Kommunikation und Sensorik, biomedizinischen Optik und Augenoptik sowie Mikrosystemtechnik. Daraus haben wir konkrete Ziele und Maßnahmen abgeleitet, die wir anlässlich der Fachmesse Laser Optics Berlin Anfang nächsten Jahres offiziell vorstellen werden.

Vielen Dank!

Die Fragen stellte Patricia Pätzold


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