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Alumni

Plan B mit Leidenschaft

Freitag, 22. Januar 2016

Anna Galda beschäftigt sich mit dem Einfluss des Ernährungssystems auf die Stadtentwicklung

Erhielt für ihre Master-Arbeit den Clara von Simson-Preis: Anna Galda
Lupe

Betrachtet man den Lebenslauf von Anna Galda, sieht man schnell: Hier steckt jemand mit Leib und Seele im Thema. In ihrem Fall ist es die Stadt- und Regionalplanung. Wie so oft im Leben kam es allerdings eher zufällig dazu. „Als begeisterte Segelfliegerin hatte ich mich für eine Ausbildung zur Fluglotsin beworben. Das Studium der Stadt- und Regionalplanung war nur mein Plan B.“ Den Ausbildungsplatz hat sie nicht bekommen und Plan B entwickelte sich in kurzer Zeit zur richtigen Wahl. „Ich bin inhaltlich ganz schnell in das Studium reingekommen. Die unglaubliche Vielfalt der Themen, mit denen man hier zu tun hat, hat mich von Beginn an begeistert“, sagt die 29-Jährige, die 2014 ihr Studium beendet hat und 2015 für ihre Master-Arbeit mit dem Clara von Simson-Preis der TU Berlin ausgezeichnet wurde.

Auch in ihrer Abschlussarbeit hat sie sich in ein neues, in der Stadt- und Regionalplanung in Deutschland bisher kaum beachtetes Thema eingearbeitet. „Ernährungssystemplanung“ ist der sperrige Begriff, hinter dem sich etwas sehr Lebensnahes verbirgt. Es geht um den Einfluss des Ernährungssystems auf die Stadtentwicklung. Wie kommt das Essen in die Stadt? Gibt es ein Konzept zur Vergabe von Flächen für urbane Gärten? Wie schafft man ein größeres Bewusstsein für nachhaltige Ernährung bei der Bevölkerung? „Urbane Gärten sind ein gutes Beispiel. Gerade in Berlin haben wir eine Vielzahl solcher Projekte, die bestens funktionieren. Allerdings gibt es keine gesamtstädtische Strategie, wie man diese langfristig in die Stadtentwicklung integrieren kann.“

Anna Galda hat sich in Deutschland auf Spurensuche gemacht und nirgends eine planerische Strategie gefunden. Wie diese aussehen könnte, zeigt sie hingegen am Beispiel London, das sich 2006 eine Food Strategy gegeben hat mit dem Ziel, der Bevölkerung Zugang zu gesunden, regional und fair produzierten Lebensmitteln zu verschaffen. Ein wichtiger Baustein in dieser Strategie liegt darin, in der Bevölkerung überhaupt ein Bewusstsein für gesunde Ernährung zu schaffen – dies ist beispielsweise mit der Einrichtung von mehr als 2000 neuen urbanen Gärten oder in dem Angebot von regionaler Kost in öffentlichen Kantinen erfolgreich geschehen. Momentan macht Anna Galda Pause vom Thema Ernährung in der Stadtplanung und gehört zum Team eines Planungsbüros, das die Umsetzung von Stadtbauförderprogrammen in verschiedenen deutschen Städten und Gemeinden begutachtet. „Mir war wichtig, nach dem Studium Praxiserfahrung zu sammeln und nicht gleich wissenschaftlich weiterzuarbeiten. Ich könnte mir allerdings gut vorstellen, auch wieder in die Wissenschaft zurückzukehren und das Ernährungsthema in einer Promotion wieder aufzugreifen“, sagt sie.

Mit der Themenvielfalt in ihrem Fach hat sie schon vielfach Erfahrung gemacht: Sie war nicht nur studentische Hilfskraft in unterschiedlichen Projekten, sondern gehört auch zum Gründungsteam des Vereins urbanophil.net, eines Netzwerks für urbane Kultur. „Ich wollte immer etwas arbeiten, womit ich mich auch in meiner Freizeit gern beschäftige. Und das habe ich eindeutig gefunden.“ Von der alten Liebe zur Fliegerei ist auch noch ein Stück übrig. Wenn ihr die Stadtplanung Zeit lässt, übernimmt sie die Wartung und das Packen der Rettungsfallschirme in ihrem Segelflugverein.

Bettina Klotz "TU intern" Januar 2016

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