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TU Berlin

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Lehre & Studium

Voneinander lernen

Freitag, 22. Januar 2016

Studierende als Paten in einer Willkommensklasse

TU-Student Anh (l.) aus Vietnam gibt seinem Schüler, der aus dem Libanon kommt, einmal wöchentlich Nachhilfe
Lupe

Anh studiert an der TU Berlin Fahrzeugtechnik im Master. Seit nunmehr zwei Jahren ist er aber auch Pate – Schülerpate beim Verein Schülerpaten Berlin e.V., der sich für mehr Bildungsgerechtigkeit einsetzt.

Er vermittelt Patenschaften zwischen Schülerinnen oder Schülern und Studierenden. „Ich habe immer schon gerne Nachhilfe gegeben. So habe ich im Internet nach Möglichkeiten recherchiert, sich ehrenamtlich zu engagieren. Das Konzept von Schülerpaten war aus meiner Sicht am überzeugendsten“, sagt Anh, der selbst aus Vietnam kommt. „Mein Schüler, der aus einer muslimischen Familie aus dem Libanon stammt, ist sehr schlau. Er hat zwar noch ein paar Probleme mit der Rechtschreibung und der Grammatik, macht aber ständig Fortschritte. Es macht mir einfach Spaß, mit ihm zu lernen.“ Anh hat selbst die Erfahrung gemacht, wie es ist, in der Fremde anzukommen. „Meine Familie ist auch nach Deutschland ausgewandert und ich weiß, wo es Schwierigkeiten gibt, auch über das Schulische hinaus. So kann ich auch meine Erfahrungen an ihn weitergeben.“

Die Nachhilfe soll mindestens ein Jahr lang einmal wöchentlich eineinhalb Stunden bei der Familie des Schulkindes stattfinden, so das Konzept des Vereins. Die Kontinuität soll das Vertrauen zwischen beiden Parteien stärken und möglichst eine Beziehung aufbauen, die über die Nachhilfe hinausgeht. Anh hat diese Erfahrung gemacht. „Ich wurde von Anfang an sehr offen und herzlich von der Familie aufgenommen. Sie laden mich immer zum Essen ein und haben mir sogar ein Weihnachts- und ein Geburtstagsgeschenk gemacht und mich darüber hinaus einmal im Ramadan, ihrem Fastenmonat, zu sich zum Essen eingeladen. Ich bekomme von ihnen sehr viel zurück. Sie zeigen mir so ihre Wertschätzung.“ Und noch etwas ist Anh wichtig: „Man bekommt auch einen Einblick in ihre Kultur und ihre Werte. Das finde ich sehr wichtig.“

„,Voneinander lernen. Einander verstehen‘ lautet deshalb auch das Motto des Vereins“, erklärt Samuel Rischmüller, der sich in der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins engagiert. „Durch Bildungspatenschaften wird ein Raum für Menschen und Kulturen geschaffen, die sich ansonsten vielleicht auf diese Weise nie begegnet wären. Wir versuchen so, die Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem zu fördern und gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.“ Bei Anh und seinem Schüler klappt das sehr gut. „Wir sehen uns auch außerhalb der Nachhilfe. Wir haben uns beispielsweise gemeinsam bei der Fußball-WM ein Spiel der Nationalmannschaft angeschaut“, erzählt er.

„Inzwischen gibt es mehr als 200 aktive Patenschaften und es wurden seit der Vereinsgründung 2009 mehr als 400 Patenschaften vermittelt“, zählt Samuel Rischmüller auf. „Inzwischen arbeiten wir nicht nur mit mehreren Schulen zusammen, um Willkommensklassen mit Kindern aus geflüchteten Familien zu betreuen, sondern kooperieren auch mit „Al Nadi“, einer Beratungsstelle für arabische Frauen. Wir freuen uns natürlich immer über neue Leute, die sich engagieren möchten.“

www.schuelerpaten-berlin.de

tui "TU intern" Januar 2016

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