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TU Berlin

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Alumni

Nosferatu und ein Flügel im Nebel

Friday, 14. February 2014

TU-Alumnus Stephan Graf von Bothmer spielt „StummfilmKonzerte“

Lupe

Es ist nicht Theater, es ist nicht Konzert, es ist nicht Kino – es ist „StummfilmKonzert“. Stephan Graf von Bothmer arbeitet seit vielen Jahren daran, dass sich „StummfilmKonzerte“ als eigenes Format im kulturellen Angebot fest etablieren.

Er ist Pianist, Komponist und einer der bekanntesten Stummfilmmusiker in Deutschland. Über 500 Stummfilme hat er in den letzten zehn Jahren musikalisch begleitet. Rund 80 000 Gäste haben ihm dabei zugehört. Außerdem hat er zahlreiche Kurzfilme vertont, die auf ZDF, ARTE, Premiere, 3Sat und der Deutschen Welle liefen. Selbst Fußballspiele und aktuelle Dokumentarfilme begleitet er musikalisch. Dass er mit Stummfilmmusik einmal große Erfolge feiern würde, hätte er sich 2004 nicht träumen lassen. „Ich habe mich früher nicht getraut, mich als Künstler zu fühlen. Musik war immer meine Leidenschaft, aber ich dachte, ich müsste etwas ,Vernünftiges‘ machen“, sagt der 42-Jährige. Daher studierte er ab 1994 Mathematik an der TU Berlin und Musik an der Hochschule der Künste Berlin (HdK). Beide Fächer schloss er 2001 mit dem Ersten Staatsexamen ab, aber eines war klar: Lehrer wollte er nicht werden. Der Drang, Musik zu machen, war deutlich stärker. Seinen ersten Stummfilm begleitete er 1998. Ein Freund bat ihn darum, er spielte und war begeistert. „Ich war kein großer Cineast, aber dieses Genre hat mich gleich gefesselt. Die Live-Musik ist eben viel unmittelbarer als komponierte Filmmusik“, erklärt Stephan von Bothmer. „Außerdem spüre ich die Stimmung im Publikum und kann musikalisch darauf reagieren.“ Nur wenn von Bothmer mit einem Orchester einen Film begleitet, komponiert er die Musik vorab. Wenn er allein am Klavier spielt, improvisiert er.

Wer dies genießen will: Noch bis April 2014 begleitet er im Wintergarten Berlin bekannte Stummfilmklassiker am Flügel. Auf dem Programm stehen auch „Stan & Olli“. Wenn sie bei Nacht und Nebel auf dem Friedhof ihre Komik entfalten, steht ihnen Stephan von Bothmer am Flügel bei. Er entlockt dabei seinem Instrument nicht nur die üblichen Tastentöne, sondern greift auch in die Seiten des Flügels und zaubert Schauerliches hervor. Sogar Nebel steigt aus dem Instrument. „Ich erfinde für jeden Film eine neue Musik. Und dadurch entsteht dieses neue, einzigartige Genre: eben das Stummfilmkonzert“, sagt von Bothmer. Außerdem zeigt er nicht nur den Film, sondern bietet noch ein kleines Rahmenprogramm, wie in alten Zeiten. „Ich spiele vorweg ein klassisches Stück und es gibt Werbe-Trailer für die nächsten Aufführungen.“ An Aufführungsterminen mangelt es nicht, auch Auslandstourneen stehen auf seinem Plan. Dennoch ist es ein mühsames Geschäft, denn von Bothmer ist Musiker und Veranstalter in einer Person. „Vor zehn Jahren war der Stummfilm noch ein Nischenprodukt, heute ist es zwar bekannt, aber es ist einfach schwierig, eine neue ,Marke‘ zu etablieren.“ Sein Traum ist ein eigener Veranstaltungsort. Vielleicht sagen wir in zehn Jahren dann ganz selbstverständlich: „StummfilmKonzert“, Theater, Kino, Konzert.

Aufführungstermine im Wintergarten
3. 3. 2014 – Berlin. Die Sinfonie der Großstadt; 11. 3. 2014 – Safety Last!; 17. 3./18. 3. 2014 – Nosferatu; 1. 4. 2014 – Stan & Olli

www.stummfilmkonzerte.de

By: Bettina Klotz

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