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TU Berlin

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Alumni

Mit „Herbert“ zum Erfolg

Tuesday, 08. December 2015

Die Laser- und Medizin-Technologie GmbH gewinnt beim Innovationspreis Berlin Brandenburg

Mit Recht stolz auf ihre Firma sind Kirsten Guthmann-Scholz und Uwe Netz
Lupe

Es war ein Sprung ins kalte Wasser, als Kirsten Guthmann-Scholz 2013 die Geschäftsführung der Laser- und Medizin-Technologie GmbH, Berlin (LMTB) übernahm. Denn sie war nicht nur die einzige Frau in der Geschäftsleitung, sie war als Wirtschaftswissenschaftlerin allein unter Physikern. Erschwerend kam hinzu, dass das Becken, in das sie sprang, nur noch halb voll war, denn die LMTB stand finanziell am Abgrund. Dass das Unternehmen kürzlich Sieger beim diesjährigen Innovationspreis Berlin Brandenburg wurde, ist den innovativen Leistungen seiner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, darunter viele TU-Alumni, ebenso zu verdanken wie dem wirtschaftlichen Gespür von TU-Absolventin Kirsten Guthmann-Scholz.

„Herbert“ – so heißt die Innovation, mit der die Firma beim Wettbewerb gewonnen hat. Neben dem Renommee, das mit dem Preis verbunden ist, erhält das Unternehmen ein Preisgeld von 10 000 Euro.. Es ist ein Messgerät, mit dem sich der Hämoglobingehalt (HB) in Blutkonserven zerstörungsfrei bestimmen lässt. Bisher ließ sich dies an den steril abgepackten Blutkonserven nicht durchführen, da jeder Hersteller andere Beutelmaterialien einsetzt, an denen jedes technische Messgerät gescheitert ist. „Herbert“ schafft es, mittels optischer Transmissionsmessung diese verschiedenen Folien zu durchdringen und innerhalb weniger Sekunden den HB-Gehalt zu ermitteln. Somit lässt sich endlich, wie bei allen anderen Medikamenten, die genaue HB-Dosis im Blut ermitteln. „Herbert“ – der Name ist eine weite Ableitung von Hämoglobin – ist nur eines von vielen Produkten, die die LMTB seit mehr als 25 Jahren entwickelt. Sie kommen entweder aus dem Bereich der biomedizinischen Optik oder der Lasertechnik und können Einsatz in der Medizintechnik oder dem Maschinenbau finden. 2013 sah es bei der LMTB nicht unbedingt so aus, als ob überhaupt noch Projekte wie „Herbert“ entwickelt werden könnten. „Als gemeinnützige GmbH hatte die LMTB ihr gesamtes Finanzierungsmodell auf die Förderung durch den damaligen Berliner Wirtschaftssenat ausgelegt. Ende 2013 zog dieser sich aus der alten Form der Finanzierung zurück. Wir mussten handeln und ein neues Finanzierungsmodell entwickeln“, erklärt Kirsten Guthmann-Scholz. Stand bis dahin die Entwicklung neuer Technologien und weniger deren Transfer in den Markt im Mittelpunkt, so hat sich dies mittlerweile stark geändert. „Wir suchen aktiv nach Partnern, die unsere Produkte marktfähig machen, und haben dabei Erfolg. Derzeit kommen rund 30 Prozent des Geldes aus der Industrie. Ansonsten erhält die LMTB zweckgebundene Zuwendungen für Forschungsvorhaben durch das Land Berlin und durch verschiedene Bundesministerien“, so Guthmann-Scholz, die bis 1994 Betriebswirtschaftslehre an der TU Berlin studierte und danach viele Jahre als Wirtschaftsprüferin gearbeitet hat. „Diese Arbeit war allerdings alles andere als familienfreundlich. Deshalb bin ich nach der Geburt meiner Kinder die ersten Jahre zu Hause geblieben.“ Eher zufällig kam ein Anruf aus der LMTB, die im Jahr 2007 auf der Suche nach einer Leitung im Rechnungswesen gewesen ist. „Man hat sich hier an mich erinnert, da ich das Unternehmen einmal ziemlich streng geprüft hatte“, erinnert sie sich. Den neuen Job machte sie zunächst in Teilzeit. 2008 wurde sie Prokuristin. Als ihr 2013 die Geschäftsführung angeboten wurde, war ihr sofort klar, dass sie dies nicht allein bewerkstelligen kann. „Ich habe mir Forscher in die Führung geholt. Hier arbeiten viele kreative Köpfe. Gemeinsam überlegen wir, was machbar ist.“ Machbar ist noch vieles, starke Partner und spannende Projekte gibt es ebenfalls. Der Erfolg beim Innovationspreis Berlin Brandenburg bringt ebenso Schwung ins Geschäft wie eine motivierte Chefin. „Es gibt keinen Tag, an dem ich mich nicht auf die Arbeit freue“, sagt Kirsten Guthmann-Scholz.


LMTB GmbH

Die LMTB GmbH ist 1995 durch die Fusion des Laser-Medizin-Zentrums (LMZ) und des Festkörper-Laser-Instituts (FLI) entstanden. Die langjährige Zusammenarbeit mit Berliner Universitäten und Kliniken zeigt sich auch im Aufsichtsrat, in dem TU-Vizepräsidentin Prof. Dr.-Ing. Christine Ahrend Mitglied ist. Das 30-köpfige Team besteht aus 27 hoch qualifizierten Physikern und Ingenieuren, zwei Verwaltungsmitarbeiterinnen und einer Geschäftsführerin. Seit 1995 hat die LMTB 233 Patente eingereicht.

By: Bettina Klotz

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