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TU Berlin

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Forschung

Junge Wissenschaft: Armut und Mobilität

Friday, 16. May 2014

Stephan Daubitz
Lupe

„Der Zusammenhang von Armut und Mobilität ist in Deutschland kaum erforscht“, sagt Stephan Daubitz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung. Dabei seien die Staaten bereits 1997 auf der OECD-Konferenz in Vancouver aufgefordert worden, die Verkehrsbedürfnisse von Einkommensarmen nachhaltig zu sichern. Doch in Deutschland ist Verkehrspolitik nach wie vor auf das Auto fixiert. Hartz-IV-Empfänger aber könnten sich das eigene Auto immer weniger leisten, je länger sie arbeitslos sind, weiß Daubitz. Und der Hartz-IV-Regelsatz von 14,26 Euro für Verkehr, das befand auch das Bundesverfassungsgericht, geht an der Realität vorbei. „Verkehrspolitik muss deshalb die soziale Frage zum Thema machen. Dabei geht es nicht darum, dass jeder ein Auto hat, sondern jeder die Möglichkeit, seinen Mobilitätsbedürfnissen umweltgerecht nachzukommen“, sagt Daubitz, der sich in seiner Dissertation mit dem Mobilitätsalltag von Einkommensarmen im städtischen Raum beschäftigen wird. In Deutschland gibt es kaum Erkenntnisse zu den Fragen, was Arme tun, um mobil zu bleiben, und welche Strategien sie entwickeln. Immobilität führt zum Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben – das betrifft die Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes genauso wie die von kulturellen und medizinischen Einrichtungen, so der Politik- und Gesundheitswissenschaftler. Hierzulande müssten deshalb die Erkenntnisse aus der Armuts- und Mobilitätsforschung endlich zusammengebracht werden und zu einer nachhaltigen Verkehrspolitik führen.

By: Sybille Nitsche

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