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TU Berlin

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Literaturforschung als Kulturwissenschaft

Friday, 06. November 2015

Nach 16 Jahren als Professorin verabschiedet sich Sigrid Weigel von der TU Berlin

Sigrid Weigel
Lupe

Als Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Sigrid Weigel zum Wintersemester 1999/2000 die Direktion des Zentrums für Literaturforschung Berlin (ZfL) als Nachfolgerin von Eberhard Lämmert übernahm, wurde sie zugleich auf eine S-Professur für Literaturforschung an die TU Berlin berufen. Seitdem ist das von ihr geleitete Haus, an dem sich zunächst die Wissenschaftskulturen der DDR und der Bundesrepublik produktiv begegneten, zu einem international hoch angesehenen Ort literatur- und kulturwissenschaftlicher Grundlagenforschung sowie der intensiven Nachwuchsförderung geworden. Vor ihrer Berufung nach Berlin war Sigrid Weigel als Professorin an den Universitäten Hamburg und Zürich tätig. Von 1998 bis 2000 leitete sie das Einstein Forum in Potsdam. An der Princeton University lehrt sie seit vielen Jahren als Permanent Visiting Professor. In ihren Publikationen entzünden sich an Literatur, bildender Kunst und Musik vielschichtige und engagierte Analysen der modernen Kultur, die sich in methodischer Hinsicht an den text- und bildkritischen Verfahren von Heinrich Heine bis Sigmund Freud, Walter Benjamin und Aby Warburg orientieren. Die von ihr als intellektuelle Biografie verfasste Studie zum schriftstellerischen Werk Ingeborg Bachmanns „Ingeborg Bachmann. Hinterlassenschaften unter Wahrung des Briefgeheimnisses, Wien 1999“ gilt als Standardwerk. In diesem Jahr veröffentlichte sie im Suhrkamp Verlag die umfangreiche Monografie „Grammatologie der Bilder“, die Formen des Bildertauschs zwischen Wissenschaft, Religion, Kunst und Theorie untersucht. Sigrid Weigel ist es in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den Forscherinnen und Forschern des ZfL immer wieder gelungen, die Stimme der Geisteswissenschaften in aktuellen Debatten deutlich hörbar werden zu lassen, sei es bezüglich des gewandelten Stellenwerts der Religionen in der Gegenwart, sei es bezüglich der durch die experimentellen Lebenswissenschaften ausgelösten kulturellen Transformationen, sei es bezüglich der Frage der Kultur(en) Europas. Mit ihrem besonderen Interesse an wissensgeschichtlichen Problemstellungen schließlich hat Sigrid Weigel der Literaturwissenschaft an der TU Berlin eine markante und in die Zukunft weisende Neuausrichtung verliehen. Am Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte betreute sie in den vergangenen Jahren eine lange Reihe von Promotionen und Habilitationen. Zum Ende des Sommersemesters 2015 schied Sigrid Weigel aus ihrem Amt als Professorin der TU Berlin aus. Am 17. Juli hielt sie im Rahmen einer Veranstaltung zum zwanzigjährigen Jubiläum des ZfL ihren Abschiedsvortrag als Direktorin zum Thema „Vom Mit-Gefühl“.

Prof. Dr. Hans-Christian von Herrmann, Leiter des Fachgebiets Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Literatur und Wissenschaft an der TU Berlin

"TU intern" November 2015

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