direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Page Content

There is no English translation for this web page.

Inhalt des Dokuments

Forschung

Alles nur Theorie?

Friday, 06. November 2015

Die Studie „gendermapping“ untersucht Anspruch und Wirklichkeit von Genderkompetenz an der Universität

Überraschend war das Ergebnis einer Studie, die herausfinden wollte, wie es eigentlich um die Genderkompetenz an der TU Berlin bestellt ist: So zeigte sich, dass sich der theoretische Zugang zur Genderthematik an der TU Berlin noch nicht durchgesetzt hat. Im Projekt „gendermapping“ des Zentrums für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) sollte eine Landkarte erstellt werden, um Forschende mit Genderkompetenz zu identifizieren und fachübergreifend zu vernetzen. Gemeinsame Publikationen und Praxisprojekte sowie die Aufnahme in eine TU-weite Forschungsdatenbank waren das Ziel. Schließlich sollen Hilfestellungen gegeben werden, Genderaspekte in Forschung und Lehre zu implementieren. In nahezu allen Wissenschaftsbereichen wurden das allgemeine Interesse an Genderthemen in der eigenen Forschung und Lehre einerseits und Gleichstellungsmaßnahmen anderseits bei mehr als 100 Forschenden abgefragt. Fast 50 Prozent gaben an, im Institut oder Fachgebiet Gender- und Diversity-Perspektiven in Forschung und Lehre zu berücksichtigen. Eine genaue Analyse ergab allerdings, dass ein so hoher Prozentsatz von Genderkompetenz nicht angenommen werden kann. Was also war passiert? Die Interviews zeigten, dass 75 Prozent der Befragten zwischen der Ebene politischer Gleichstellungsziele und der einer generellen Beachtung von gendersensiblen Theorien nicht unterscheiden konnten. Die Hälfte war sogar der Meinung, dass „jetzt wirklich schon genug für Frauen getan worden ist und es nun lieber Gleichstellungsbeauftragte geben sollte, die sich um alle kümmern“, und zeigte damit die deutliche Verwirrung der Ebenen: Beispielsweise sind Frauenbeauftragte zwar Ansprechpartnerinnen bei Diskriminierungen und können bei der Besetzung von Stellen und anderen arbeitspolitischen Verhandlungen sinnvoll eingreifen, beraten aber eher nicht auf gendertheoretischem Feld.

Gerade die natur- und technikwissenschaftlichen Fachbereiche begründen eine nicht eingelöste gendersensible Ausrichtung immer wieder damit, es handele sich um eine geschlechtsneutrale, rein logisch begründete und von gesellschaftlichen Annahmen befreite Forschung. Nachweisbar ist allerdings der Diskussions- und Beratungsbedarf für Genderkompetenz bei den EU- und DFG-Projektanträgen. Die Antragstellenden wissen oft nicht, wie sie ihr Projekt um den geforderten Bezug auf Genderthemen erweitern können. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse startete inzwischen eine zweite, angepasste und modifizierte Erhebungsphase des Projekts, das vom Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre (BCP) finanziert wird.

www.zifg.tu-berlin.de

By: Dr. Hannah Fitsch, ZIFG "TU intern" November 2015

Zusatzinformationen / Extras

Quick Access:

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Auxiliary Functions

This site uses Matomo for anonymized webanalysis. Visit Data Privacy for more information and opt-out options.