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TU Berlin

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Forschung

Tablets im Pflegeheim

Friday, 06. November 2015

Nutzung von moderner Kommunikationstechnologie könnte auch Menschen mit Demenz mehr Lebensqualität verschaffen

Leicht zu bedienende Funktionen sollen Überforderung vermeiden und spielerisch aktivieren
Lupe

Rund 60 Prozent der Pflegeheimbewohner in Deutschland sind von Demenz betroffen. Für diese Erkrankung gibt es bislang noch keine Heilungsmöglichkeit. Doch es werden zunehmend nichtmedikamentöse Therapieangebote gesucht, zum Beispiel positiv erlebte Aktivitäten oder die Förderung von sozialen Interaktionen, die die Lebensqualität von Menschen mit Demenz steigern können. Neben den etablierten Therapien wie Mal-, Musik- oder Bewegungstherapien wird auch versucht, neueste Kommunikationstechnik einzusetzen. Technische Geräte wie Smartphones und Tablets gehören für viele Menschen selbstverständlich zum Alltag. Erste Untersuchungen weisen darauf hin, dass diese Technologien auch Menschen mit Demenz unterstützen können. Hier setzt das Modellprojekt „PflegeTab“ an, das sich nicht nur an die Pflegebedürftigen selbst, sondern auch an Pflegekräfte und Angehörige wendet. Es ist am Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin angesiedelt. Beteiligt ist auch das Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik der TU Berlin, geleitet von Prof. Dr.-Ing. Sebastian Möller.

Das im Februar 2015 gestartete Verbundprojekt „PflegeTab“ wird vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen im Rahmen des Modellprogramms zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gefördert und hat eine Laufzeit von 36 Monaten. Auch Fachkräfte von Senioren-Residenzen arbeiten in dieser interdisziplinären Gruppe mit. „Wir entwickeln eine neuartige Anwendung für Tablets, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz abgestimmt ist“, erklärt Dr.-Ing. Jan-Niklas Antons vom Quality and Usability Lab am TU-Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik. „Damit sollen auch individuell zugeschnittene spielerische und motivierende Aktivierungsangebote geschaffen werden, die sich automatisch den jeweiligen Ressourcen und Bedürfnissen der einzelnen Nutzerinnen und Nutzer anpassen.“

Leicht zu bedienende Funktionen spielen dabei eine große Rolle, denn eine Überforderung durch Technik soll natürlich vermieden werden. Die Anwendungen sollen sogar die Kommunikation mit Angehörigen und Pflegekräften fördern. „Damit kann das System auch dazu beitragen, Pflegende in ihrer Arbeit zu entlasten“, so Jan-Niklas Antons. Die Demenz wird oft zu einer „Familienkrankheit“. Denn betroffen und gefordert sind oft das Verständnis, das Einfühlungsvermögen und die pflegerische Kompetenz der gesamten Familie.

Im Projekt wird daher ebenfalls untersucht, wie man Arbeitsprozesse im Alltag von professionell Pflegenden durch den Einsatz von Tablets unterstützen kann.

Zur wissenschaftlichen Erprobung von „PflegeTab“ soll 2016 eine klinische Studie mit etwa 200 Pflegeheimbewohnern mit Demenz durchgeführt werden. Dabei wird untersucht, ob sich durch die Tablet-gestützte Aktivierung ein positiver Einfluss auf Faktoren wie Wohlbefinden, Aktivitätsniveau oder soziale Teilhabe der Betroffenen zeigt.

www.pflegetab.de

By: Patricia Pätzold "TU intern" November 2015

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