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TU Berlin

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Forschung

Ideen, die Berlin Weltgeltung verschafften

Thursday, 01. October 2015

Erstmalig wurde der Architekturwettbewerb zur Gestaltung der Museumsinsel, einer der wichtigsten seiner Zeit, komplett rekonstruiert

So stellten sich die Architekten Schmidt & Neckelmann die Präsentation des Pergamon-Altars vor
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Museumsvisionen – Der Wettbewerb zur Erweiterung der Berliner Museumsinsel 1883/84 von Nikolaus Bernau, Hans-Dieter Nägelke, Bénedicte Savoy (Hrsg.) Verlag Ludwig, Kiel, 2015, 400 Seiten, 36 S/W- und 26, Farbabbildungen ISBN: 978-3-86935-255-8
Lupe [2]

Einer der interessantesten Kulturorte in Berlin ist das Areal rund um den Schlossplatz in Mitte, einschließlich Berliner Dom und Museumsinsel. Hier werden wir derzeit Zeuge dramatischer stadtarchitektonischer Veränderungen. Und die TU Berlin hat sehr viel damit zu tun. Gestern wie heute. Ein Beispiel ist die Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel, die eine Vorgängerinstitution der TU Berlin war. Sie soll wieder aufgebaut werden, besteht aber derzeit nur aus Fassade und einer „Musterecke“. Dort ist noch bis zum 11. Oktober 2015 die Ausstellung „Museumsvisionen“ zu sehen, die Einblick in das Werden des kulturellen Zentrums der Hauptstadt gibt: Ideen, die zur Entwicklung der Museumsinsel führten, dem heutigen UNESCO-Weltkulturerbe.

Großartig sollte sie werden, epochemachend. Die Spreeinsel, an deren Südseite bereits das Neue Museum stand und die von der Stadtbahntrasse gequert wurde, sollte zu einem einzigartigen Ort für die Betrachtung antiker und neuzeitlicher Kunst werden. Herzstück sollten die neuesten Errungenschaften der Altertumsforschung werden, der Pergamon-Altar und weitere Ausgrabungsfunde aus Pergamon und Olympia. „Mit dem Beginn dieser Ausgrabungen in Pergamon 1880 und der Erwerbung der Friese des Zeusaltars sowie den umfangreichen Erwerbungen auf dem internationalen Kunstmarkt stiegen die Berliner Sammlungen zu Weltgeltung auf“, so Projektleiter Nikolaus Bernau. So wurde es in den vorhandenen Museen rasch zu eng. Auch die damals bereits weltgrößte Abgusssammlung sowie die schnell expandierenden Gemälde- und Skulpturensammlungen des Mittelalters und der Renaissance Wilhelm Bodes platzten aus allen Nähten und sollten publikumsgerecht in neuen, großartigen Räumen gezeigt werden. So schrieb im Jahr 1883 das preußische Kultusministerium im gesamten deutschsprachigen Raum einen Architekturwettbewerb zur Gestaltung der Berliner Museumsinsel aus, an dem sich mehr als 50 Architekturbüros beteiligten und der bis heute nachwirkt.

„Trotz seiner Bedeutung ist dieser Wettbewerb bisher nur unzureichend untersucht und publiziert worden“, erklärt Prof. Dr. Bénedicte Savoy, Professorin für Kunstgeschichte an der TU Berlin. Diese Forschungslücke der Berliner und deutschen Museums- und Architekturgeschichte wollte sie mit einem Projektseminar mit 18 Studierenden im Sommersemester 2014 füllen, das sie zusammen mit Nikolaus Bernau, Architekturhistoriker und -kritiker sowie Museumshistoriker, und Dr. Hans-Dieter Nägelke, Leiter des Architekturmuseums der TU Berlin, durchführte. Dabei ist das Projekt Teil eines größeren Forschungsvorhabens, das – im Rahmen des altertumswissenschaftlichen Exzellenzclusters Topoi – den Umgang mit antiker Kunst und Bauwerken in der Moderne untersucht. Ein großer Teil der Ausstellungsexponate stammt aus dem Architekturmuseum der TU Berlin. Doch es war auch viel Recherche an den unterschiedlichsten Orten notwendig, um erstmalig einen derart bedeutsamen Architekturwettbewerb zu rekonstruieren. Entstanden ist die einzigartige Ausstellung „Museumsvisionen“ sowie ein reich illustriertes Buch zum Projekt, das den kompletten Wettbewerb dokumentiert. Es kommentiert die 52 eingereichten Entwürfe und zeigt den historischen Kontext der Berliner Sammlungen und des Wettbewerbswesens auf. Damit wird ein in Vergessenheit geratenes Kapitel Museums- und Architekturgeschichte beleuchtet.

Ort: Bauakademie, Schinkelplatz 1, Berlin-Mitte
Zeit: noch bis 11. Oktober 2015

www.architekturmuseum-berlin.de [3]

By: Patricia Pätzold "TU intern" Oktober 2015

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