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TU Berlin

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Innenansichten

Gemeinsam die Erde retten

Friday, 17. June 2016

In der Climate Lecture rief Jeffrey Sachs dazu auf, die internationale Expertise zusammenzuführen, um Klimawandel und Armut zu bekämpfen

Neben dem Publikum im Saal verfolgten Hunderte Interessierte die Lecture via Live-Stream im Internet. Jeffrey Sachs (M.), Ottmar Edenhofer und Melissa Eddy bei der anschließenden Podiumsdiskussion
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Nach der Lecture diskutierte Jeffrey Sachs mit Studierenden
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Jeffrey Sachs hat durchaus Humor. Das bewies der UN-Sonderberater für nachhaltige Entwicklung und Direktor des Earth Institute an der Columbia University (USA), als er die klimatische Situation der Erde und die Warnungen der Wissenschaftler anhand eines Beispiels darstellte. Doch das Lachen blieb den rund 1000 Zuhörerinnen und Zuhörern der Climate Lecture „Die Welt in 2050 – nachhaltige Entwicklung und Dekarbonisierung“ im Audimax der TU Berlin im Halse stecken.

„Sie haben noch 72 Stunden zu leben, sagt ein Arzt zum Patienten. Das ist die schlechte Nachricht. Aber es gibt noch eine schlechtere: Wir versuchen Sie bereits seit mehreren Tagen zu erreichen.“ Vor der gleichen Situation stünde die Wissenschaft, die seit mehr als 20 Jahren vor den Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels warne. Jeffrey Sachs, einer der renommiertesten Ökonomen der Welt, rief zugleich die Universitäten auf, und allen voran die TU Berlin, die er zu den besten Universitäten der Welt zählte, nicht nachzulassen in ihrem Bemühen, den Klimawandel zu entschärfen. Eingeladen zu dieser gemeinsamen Veranstaltung der Stiftung Mercator, der TU Berlin und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) hatte Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am PIK und TU-Professor für Klimafolgenforschung. „Jeffrey Sachs ist ein sehr profilierter Vordenker des Klimawandels. Er ist vor allem auch einer, der die Umsetzung der Sustainable Development Goals, der SDGs, rund um den Globus vorantreibt“, so Ottmar Edenhofer. Immerhin habe Jeffrey Sachs nicht nur den UN-Generalsekretär Ban Ki-moon über die Ziele nachhaltiger Entwicklung beraten, sondern davor bereits UN-Generalsekretär Kofi Annan zu den Millennium-Entwicklungszielen.

Doch die Bekämpfung des Kimawandels kann nicht unabhängig von weiteren Entwicklungszielen der Weltgemeinschaft betrachtet werden. Das machten beide Redner sehr deutlich. Eng damit verbunden sei auch die globale Bekämpfung der Armut. Sie waren sich einig, dass die Vereinbarung über die weltweiten Klimaziele des Klimagipfels von Paris 2015 große Hoffnungen auf eine Wende in der Klimapolitik zuließe. Diese waren von 175 Staaten unterzeichnet worden, darunter die Vereinigten Staaten, China und Deutschland. „Damit hat die Welt eine neue Ära eingeläutet“, so Jeffrey Sachs. „Die wichtigste Vereinbarung ist die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 2° C, besser noch darunter. Wenn wir die Welt verändern wollen, muss eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung gleichzeitig sozial gerecht und umweltpolitisch nachhaltig sein.“ Er rief dazu auf, die 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung, die „Sustainable Development Goals“ (SDGs), im September 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet, zu beachten und zu verfolgen. Dazu gehören: keine Armut, kein Hunger, Gesundheit und Wohlstand für alle, qualifizierte Ausbildung, die Gleichheit der Geschlechter, Zugang zu sauberem Wasser, Zugang zu preisgünstiger, sauberer Energie, wirtschaftliches Wachstum mit zumutbarer Beschäftigung, nachhaltige Entwicklung von Industrie und Infrastruktur, die Reduktion von Ungleichheiten, nachhaltige Städte und Gemeinden, Verantwortlichkeit in Konsum und Produktion sowie gemeinsame, partnerschaftliche Anstrengungen für die Erhaltung des globalen Klimas, des Lebens im Wasser und an Land, für Frieden und Gerechtigkeit. In der anschließenden Diskussion, geleitet von Melissa Eddy, der Berlin-Korrespondentin der New York Times, in der auch das Publikum Fragen stellen konnte, einigten sich beide Redner darauf, dass die Ziele von nachhaltiger Entwicklung und Klimapolitik gemeinsam betrachtet werden müssten: „Gemeinsam werden sie erfolgreich sein – getrennt werden beide scheitern.“ Besonders die Studierenden, so Sachs, sollten sich bewusst sein, dass nur die gemeinsame weltweite Expertise die Erde vor dem Desaster retten könne, insbesondere diejenige einer führenden Nation wie Deutschland.

Der Live-Mitschnitt der Climate Lecture im Internet:

flimme.com/external/climatelecture

By: Patricia Pätzold

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