direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Page Content

There is no English translation for this web page.

Inhalt des Dokuments

Vermischtes

Ein Jahrhundert des deutsch-chinesischen Austauschs

Thursday, 16. April 2015

Ein Kolloquium räumt mit Vorurteilen auf

Lupe
Ernst Boerschmann (Foto, 1934) war Fachmann für ostasiatische Baukunst. Links Entwürfe für Sutra-Pfeiler und Graburnen
Lupe
Lupe
Ernst Boerschmann (Foto, 1934) war Fachmann für ostasiatische Baukunst. Links Entwürfe für Sutra-Pfeiler und Graburnen
Lupe

Mit einem Vorurteil wollte das Kolloquium „Planen – Bauen – Umwelt: ein Jahrhundert des Austauschs zwischen der TU Berlin und chinesischen Partnern“ aufräumen: Keineswegs beschränkten sich die deutsch-chinesischen Beziehungen auf die jüngsten Jahrzehnte seit den 70er-Jahren, wie es häufig in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Tatsächlich pflegten viele Protagonisten in den vergangenen mehr als 100 Jahren einen intensiven Austausch mit dem Reich der Mitte. So hatte der TU-Absolvent Curt Rothkegel schon um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in Qingdao gebaut und avancierte zu einem der erfolgreichsten Architekten in Peking. Ein gewaltiges Regierungsgebäude nach dem Vorbild des Berliner Reichstages sowie der Umbau des mächtigen zentralen Stadttores zu einem Museum waren sein Werk. Herausragend waren die Arbeiten Ernst Boerschmanns, der von 1924 bis 1944 als Honorarprofessor das Fachgebiet Ostasiatische Baukunst an der damaligen TH vertrat. Vor dem 1. Weltkrieg hatte er etwa drei Jahre lang im Auftrag des Auswärtigen Amtes als Bauforscher ganz China bereist. Er hinterließ mit mehreren grundlegenden Monografien ein gewaltiges Lebenswerk, unter anderem Tausende von Fotos. Heute gilt Boerschmann mit seinen exakten Bauaufnahmen als einer der Pioniere der chinesischen Denkmalpflege.

Doch auch nach dem Krieg lieferte die chinesische Bautradition deutschen Architekten wie Hans Scharoun und Hermann Mattern, Architektur-Professoren an der TU Berlin, wichtige Anregungen. Einer ihrer Schüler war Lee Chen-Kuen, der im Märkischen Viertel einen bis heute geschätzten Hochhauskomplex entwarf. Der Poelzig-Schüler und TU-Absolvent Julius Posener machte in den 50er-Jahren chinesische Architekten in Südostasien mit den Ideen der klassischen Moderne vertraut. In den Achtzigern standen Fragen des Umweltschutzes im Vordergrund, wobei der Berliner Stadtökologe, TU-Professor Dr. Dr. Herbert Sukopp, besondere Faszination ausübte. In jüngster Zeit fehlen bei kaum einem Projekt die Attribute „green“, „smart“, „sustainable“, doch auch Fragen der Denkmalpflege erhalten vermehrte Aufmerksamkeit. Mehr als 60 Dissertationen dokumentieren heute die Intensität des Austausches ebenso wie der erfolgreiche duale Master-Studiengang „Urban Design“, den auf der TU-Seite die Habitat Unit der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt betreut, während er in Schanghai bei der Tongji-Universität angesiedelt ist.

Die nächste Veranstaltung aus der Reihe plant das Center for Cultural Studies on Science and Technology in China der TU Berlin im Wintersemester 2015/16.

Mitte April 2015 erscheint im Berliner Verlag de Gruyter eine Boerschmann-Monografie von Eduard Kögel: The Grand Documentation – Ernst Boerschmann and Chinese Religious Architecture 1906–1931

www.china.tu-berlin.de

By: Prof. Dr. Johannes Küchler

Zusatzinformationen / Extras

Quick Access:

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

This site uses Matomo for anonymized webanalysis. Visit Data Privacy for more information and opt-out options.