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TU Berlin

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Innenansichten

Der Essenz des Lebens auf der Spur

Friday, 14. February 2014

Verleihung des „Clara Immerwahr Award“ an Dr. Teresa Santos-Silva

Exzellente Nachwuchschemikerin aus Portugal: Teresa Santos-Silva
Lupe

Das Exzellenzcluster „Unifying Concepts in Catalysis“ (UniCat) verleiht Dr. Teresa Santos-Silva vom Department of Chemistry der Faculdade de Ciências e Tecnologia, Universidade Nova de Lisboa (FCT/UNL), den Clara Immerwahr Award 2014. Mit diesem Preis werden exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen ausgezeichnet. Clara Immerwahr promovierte als erste Frau Deutschlands im Jahre 1900 mit einer physikalisch-chemischen Arbeit. Sie war die Ehefrau und Mitarbeiterin von Fritz Haber, der 1919 den Nobelpreis für Chemie erhielt. Der Clara Immerwahr Award wird am 21. Februar in einer öffentlichen Veranstaltung an der TU Berlin feierlich überreicht.

Fühlen Sie sich Clara Immerwahr verbunden, die ja eine Kämpferin für die Rechte von Frauen im Wissenschaftsbetrieb war?

Sicherlich ist es heutzutage einfacher, im Wissenschaftsbetrieb eine Frau zu sein, als zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es ist aber auch heute eine echte Herausforderung, Familienleben und Forscherinnenkarriere in Einklang zu bringen. Ich werde mit diesem Problem jeden Tag konfrontiert. Trotzdem ist es wunderbar, Tochter, Ehefrau, Mutter und Wissenschaftlerin zu sein – alles zur gleichen Zeit.

Was hat Sie motiviert, sich besonders mit Strukturbiochemie zu beschäftigen?

Strukturbiochemie vereint Chemie und Biologie und ist ein sehr aktives Forschungsgebiet, bei dem man die Chance hat, der Essenz des Lebens auf die Spur zu kommen, indem man die Struktur von Biomolekülen untersucht.

Wie sieht Ihr besonderes Forschungsinteresse im Bereich der Strukturbiochemie aus?

Ziel meiner Forschung ist es, zu verstehen, wie einige biologisch wichtige Moleküle ihre Funktion ausüben. Dafür untersucht man ihre 3D-Struktur. Die Kombination von Kristallen, Röntgenstrahlen und Computerberechnungen erlaubt mir, im Detail die Wirkungsweise einer bestimmten Entität zu charakterisieren, manchmal in atomarer Auflösung. In den letzten Jahren war ich an der Bestimmung der Kristallstruktur von Metalloproteinen mit beispielsweise den Molybdän-Kofaktoren beteiligt. Dieses Molekül ist in einigen Enzymen vorhanden, die in allen Lebensformen zu finden sind, und wird mit wichtigen Erkrankungen des Menschen in Verbindung gebracht. Die gleiche Methode habe ich angewandt, um die Wechselwirkung von Proteinen und Medikamenten zu untersuchen. Dazu gehören Kohlenmonoxid freisetzende Moleküle (CORMs) mit wichtigen entzündungshemmenden Eigenschaften und Vanadiumkomplexen, die ihrerseits antidiabetische Wirkung haben.

Welche Berührungspunkte hat Ihre Forschung mit dem Exzellenzcluster „Unifying Concepts in Catalysis“?

UniCat hat zukunftsweisende Arbeit für das Verständnis der molekularen Mechanismen enzymatischer Umwandlungen von Kohlenstoffoxiden geleistet. Molybdän-Enzyme werden weithin als wichtige Akteure in Redoxreaktionen zur Aktivierung dieser kleinen Moleküle akzeptiert. In den letzten Jahren habe ich die Struktur einiger Enzyme, die an diesen Prozessen beteiligt sind, aufgedeckt und charakterisiert. Außerdem habe ich Erfahrungen auf dem Gebiet CO freisetzender Moleküle gewonnen, die als Prodrugs bei verschiedenen Krankheitsmodellen eine Rolle spielen. Vielleicht wird es in Zukunft zu einer Integration dieser beiden unterschiedlichen Arbeitsfelder kommen, wenn CORMs und Mo-Enzyme für die Entwicklung sauberer und effizienter Prozesse der CO- und CO2-Umwandlung manipuliert werden können.

Wie sieht in Zukunft Ihre Zusammenarbeit mit UniCat aus?

Jede Art von Kooperation, bei der meine Arbeit für andere von Nutzen ist, schätze ich sehr. Als engagierte Kristallografin bin ich immer bereit, für die Aufklärung anspruchsvoller wissenschaftlicher Probleme zu forschen und intensiv zusammenzuarbeiten. Ich hoffe sehr, dass sich aus dieser besonderen Auszeichnung des Clara Immerwahr Awards weitere Kooperationen ergeben werden, und bin UniCat sehr dankbar, dass man mir diese einmalige Chance gegeben hat.

Verleihung des Clara Immerwahr Award 2014 am 21. Februar um 16 Uhr im Lichthof der TU Berlin
www.unicat.tu-berlin.de

By: Christiane Petersen "TU intern" Februar 2014

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