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Lehre & Studium

Hand in Hand gegen die Armut

Dienstag, 08. Dezember 2015

Studierende bauen eine Landwirtschaftsschule in den Anden

Beim Bau in den Anden waren auch die Einheimischen eingebunden
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Beim Bau in den Anden waren auch die Einheimischen eingebunden
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Bella Vista – Schöne Aussicht. Seit April 2015 bezieht sich der Name des in 2800 Metern Höhe liegenden bolivianischen Dorfes nicht mehr nur auf das atemberaubende Panorama der Andenlandschaft, sondern auch auf die Zukunft der jungen Bewohnerinnen und Bewohner. Wochenlang wurde hier geschuftet, gehämmert und gemauert. 40 Studierende der TU Berlin arbeiteten Hand in Hand mit Einheimischen, beschäftigten sich mit Fundamenten, Sockeln, Bodenaufbau, Mauerwerk, Ringbalken, Tragwerk, Dachaufbau und Fassade und errichteten eine Landwirtschaftsschule. Sie soll jungen Menschen in dem Andendorf eine berufliche Perspektive auf dem Land bieten.

In einer internationalen Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation Fundación Cristo Vive Bolivia, die sich der Armutsbekämpfung in ländlichen und städtischen Regionen in Lateinamerika widmet, sowie einer Frauenkooperative haben die Studierenden unter Leitung von Prof. Ralf Pasel und seinen wissenschaftlichen Mitarbeitenden Lorena Valdivia, Johannes Zix und Franziska Sack den Bau geplant und anschließend gemeinsam mit den lokalen Partnern vor Ort eigenhändig in die Realität umgesetzt. Das Vorhaben ist als ein sogenanntes „Design-Build-Projekt“ konzipiert, ein Lehrkonzept an der TU Berlin, das angehenden Architektinnen und Architekten nicht nur die Prozesse des theoretischen Planens vermittelt, sondern auch Einblicke in die praktische Umsetzung verspricht sowie überfachliche Qualifikationen durch interkulturelles und interdisziplinäres Lernen ermöglicht. Das kommt bei den Studierenden an.

„Im Laufe des Studiums beschäftigen wir uns überwiegend mit fiktiven Projekten. Die Chance, an der Umsetzung eines eigenen Entwurfes mitzuarbeiten, ist einmalig in der Architekturausbildung. Dabei profitieren nicht nur wir als Studierende, sondern auch die Beteiligten vor Ort“, erklärt Bastian Landgraf, der in Bolivien dabei war. Und Charlotte Reh, ebenfalls am Bau vor Ort, ergänzt: „In der intensiven Zeit haben wir gelernt, mit Verantwortung umzugehen, auf die örtlichen Gegebenheiten zu reagieren, und wir haben sehr viel von dem Wissen aller Beteiligten profitiert.“

„Mit dem Projekt konnten wir unterschiedliche Akteure aus Bolivien und Deutschland zusammenbringen, die gemeinsam in den Bereichen Lehre, Forschung und Praxis gearbeitet haben“, kommentiert Ralf Pasel die Arbeit. „Es war ein integratives, kulturübergreifendes Projekt, das weit über die Universität hinausstrahlt. Es zeigt, dass Architektur bis tief in unser gesellschaftliches Zusammenleben hineingreift, dass sie Räume schafft, die mehr sind als gebaute Umgebung, die Lebensqualitäten verbessern, sei es im Kampf gegen Armut oder gegen den Klimawandel.“ Auch von der Regierung wurde das Potenzial dieses Projektes wahrgenommen. Ralf Pasel konnte es dem Präsidenten des Plurinationalen Staates Bolivien, Evo Morales, persönlich in einer Posterausstellung vorstellen und ihm einen Bericht übergeben, als Evo Morales bei seinem Staatsbesuch am 4. November 2015 die TU Berlin besuchte.

Im April 2015 ging die Schule in Betrieb. Rund 70 Schülerinnen und Schüler, im Durchschnitt 22 Jahre alt, lernen in drei Klassen und verfügen auch über Laborräume. Zahlreiche Förderer haben zu dem Projekt beigetragen – auch die Gesellschaft von Freunden der TU Berlin e.V.

www.bellavista-code.de

Patricia Pätzold "TU intern" Dezember 2015

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