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Mittwoch, 13. Mai 2015

Die TU Berlin arbeitet an einem Übernahmekonzept für ihre Auszubildenden und wünscht sich die Unterstützung aus Verwaltung und Fakultäten

Beate Niemann
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Beate Niemann Ilja Beyer
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Ilja Beyer Stefanie Nickel-Busse
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„WOLLT – IHR – UNS – NICHT –?“ stand in großen Lettern auf den Pappschildern, mit denen TU-Auszubildende bei einer Personalversammlung vor zwei Jahren auf die Bühne traten und so recht drastisch auf ihre Situation aufmerksam machten: Wenn sich ihre Ausbildung dem Ende nähert, können viele nicht in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden, weil keine Stellen verfügbar sind – oder die jungen Leute und ihre Ausbilder keine Kenntnis von vakanten Stellen in Fakultäten und Verwaltung haben. „Natürlich wollen wir euch! Wir werden für eine bessere Vermittlung sorgen“, sagte daraufhin die TU-Personalchefin Beate Niemann.

Heute gibt es den Entwurf einer Dienstvereinbarung (DV) zur Stellenausschreibung, die dem Präsidium in Kürze zur Zustimmung vorgelegt wird. Unter anderem legt sie fest, dass auf eine Ausschreibung verzichten kann, wer Auszubildende direkt im Anschluss an eine Ausbildung in ein Arbeitsverhältnis übernimmt. „Das geht, weil Personalrat, Frauenbeauftragte und die Schwerbehindertenvertretung ja bereits bei der Erarbeitung der Dienstvereinbarung beteiligt waren“, erläutert Beate Niemann. „Der Verzicht auf das langwierige Prozedere einer Stellenausschreibung ist ein Anreiz, der hoffentlich eine positive Wirkung zeigt.“

Die Leiterin der Personalabteilung Beate Niemann, die Personalratsvorsitzende Stefanie Nickel-Busse, der Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung Philipp Wernick sowie Ilja Bayer, Leiter des Servicebereichs Ausbildung der TU Berlin, sind auch die wesentlichen Motoren einer Arbeitsgruppe, die derzeit ein Konzept dafür erarbeitet, welche Schritte unternommen werden können, um möglichst viele Auszubildende in ein Beschäftigungsverhältnis in der TU Berlin zu übernehmen. Die TU Berlin bildet in vielen Berufen deutlich über den eigenen Bedarf hinaus aus – aber eben auch für den eigenen Bedarf. „Diese sehr breite Ausbildung in 17 Ausbildungsberufen ist uns ein großes Anliegen. Wir sehen es auch als eine gesellschaftliche Verpflichtung, uns nicht nur der akademischen Ausbildung zu widmen sondern auch einen Beitrag für eine Ausbildung in handwerklichen, technischen und Verwaltungsberufen zu leisten“, so Beate Niemann. Doch der gesellschaftliche Gedanke beinhalte gleichzeitig eine Verpflichtung. Die Auszubildenden müssten auch Chancen haben, im Anschluss an die Ausbildung einen qualifizierten Arbeitsplatz zu bekommen. Gerade in Zeiten knapper Kassen müsse ein großer Betrieb wie die TU Berlin allerdings auch wirtschaftlich denken, seine Energien und Ressourcen nutzen, um bedarfsorientiert auszubilden.

„Tatsächlich ist unser eigener Bedarf aber oft höher, als wir selber denken“, erklärt Ilja Bayer. „Wir möchten die Fakultäten und die Verantwortlichen aus der Verwaltung deshalb ermutigen, sich an uns zu wenden, wenn sie in absehbarer Zeit eine Stelle zu besetzen haben. Das hat für alle Seiten riesige Vorteile.“ Man könne beispielsweise die Ausbildung im letzten Jahr wunderbar steuern, indem der oder die Auszubildende im Betriebs-/Praxisdurchlauf ganz gezielt bereits einmal seine mögliche künftige Arbeitsstelle „beschnuppern“ könne. Das sei auch für die Betriebsstelle sehr komfortabel. Der Arbeitsbereich und die Aufgaben seien bekannt, was auch eine gewisse Berufserfahrung ersetze, man könne bereits im Vorfeld erkennen, ob der oder die Auszubildende geeignet ist und ins Team passt.

„Die vorausgesetzte jahrelange Berufserfahrung in Stellenausschreibungen, das wird uns immer wieder zugetragen, ist ein großes Hindernis für die erfolgreiche Vermittlung. So können sich unsere Auszubildenden gar nicht bewerben – oder sie wagen es nicht“, ergänzt Stefanie Nickel-Busse. „Hier greift unsere neue DV, über die wir daher sehr froh sind. Denn sie beinhaltet, dass auf eine Stellenausschreibung verzichtet werden kann.“ Eine andere Option ist, und da sind sich alle in ihrem dringenden Appell einig: „Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, noch bevor die Stellenausschreibung fertig im Kasten liegt!“

An dem letzten Punkt wird im geplanten Übernahmekonzept derzeit besonders gefeilt. Es soll Beratungsangebote für die Dienststellen beinhalten, damit die vorhandenen Möglichkeiten transparenter werden.

„Durch eine Altersstrukturanalyse haben wir festgestellt, dass wir vor allem in den Verwaltungsbereichen hohe altersbedingte Abgänge haben. Hier gibt es also absehbar einen hohen Bedarf im eigenen Hause“, so Beate Niemann. „Schon vor Jahren haben wir daher die Zahl der Auszubildenden in den Verwaltungsberufen bewusst erhöht, bilden also konkret bedarfsorientiert aus.“ Doch dafür werden wiederum mehr sogenannte Betriebs-/Praxisdurchlaufstellen benötigt, um ein hohes qualitatives Niveau der Ausbildung gewährleisten zu können. Das Ergebnis ist, dass die fertigen Auszubildenden sehr begehrt sind, eine sehr hohe Vermittlungschance haben und zumeist sofort in die Praxis übernommen werden können. „Salopp ausgedrückt: Sie gehen weg wie warme Semmeln“, so Beate Niemann nicht ohne Stolz. „Wir können aber unsere Ausbildungskapazitäten nicht unendlich erhöhen. Deshalb sind wir auch sehr daran interessiert, die TU-internen Verwaltungen und Arbeitsstätten aufzurufen, sofern sie sich nur irgend in der Lage sehen, Betriebsdurchlaufstellen einzurichten.“ Je besser die jungen Leute ausgebildet seien, desto besser auch der Ertrag bei Übernahme.

„Alles in allem wollen wir die Vermittlungsmöglichkeiten für die Auszubildenden systematisch erhöhen. Und zwar mit einem intelligenten System, das sich selbst trägt. Denn wir können keine Übernahmegarantien geben, wenn wir auf der anderen Seite gezwungen sind, Stellen abzubauen. Durch die stärkere Nutzung vakanter Stellen kann dies kostenneutral und bedarfsorientiert geschehen. Denn eins ist klar: Der Bedarf ist da.“

Ausbildung in Zahlen

17 Ausbildungsberufe

bis zu 160 Auszubildende jährlich

rund 50 Prüfungen jährlich

13 hauptamtliche

und 16 verantwortliche Ausbilderinnen und Ausbilder

Verbundausbildung

mit anderen Betrieben in Berlin

Berufe:

– Anlagenmechaniker/-in (nicht 2015)

– Baustoffprüfer/-in (neu ab September 2015)

– Chemielaborant/-in

– Elektroniker/-in für Energie- & Gebäudetechnik

– Fachangestellte/-r für Medien- und Informationsdienste

– Fachinformatiker/-in FR Anwendungsentwicklung

– Fachinformatiker/-in FR Systemintegration

– Industriemechaniker/-in (nicht 2015)

– IT-Systemelektroniker/-in

– Maler/-in & Lackierer/-in

– Mechatroniker/-in

– Metallbauer/-in

– Sport- & Fitnesskauffrau/-mann

– Tischler/-in

– Verwaltungsfachangestellte/-r

– Werkstoffprüfer/-in

– Fachangestellte für Bürokommunikation (läuft aus)

Patricia Pätzold "TU intern" Mai 2015

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