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TU Berlin

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Ein Denkmal für 400 gefallene Studenten

Freitag, 25. Juli 2014

Quellen zur Technischen Hochschule Berlin während des Ersten Weltkriegs

Jahrzehntelang erinnerte die Skulptur „Der Granatenwerfer“ von Hermann Hosaeus im Lichthof an die 400 im 1. Weltkrieg Gefallenen der Technischen Hochschule. 1944 wurde es zerstört
Lupe

Der Verlust eines Großteils der Überlieferung der Technischen Hochschule Berlin (TH) in der Bombennacht vom 22. zum 23. November 1943 sowie während weiterer Kriegsereignisse bis zum Mai 1945 ist für die Forschung nach wie vor sehr problematisch. Angesichts des sich in diesen Tagen zum hundertsten Mal jährenden Ausbruchs des Ersten Weltkriegs wird dies erneut deutlich, da im Universitätsarchiv lediglich spärliche Überlieferungssplitter vorhanden sind, die zudem in der Vergangenheit wenig beachtet wurden. Auch sind sie bisher nie zusammenfassend dargestellt worden, zum Beispiel in einem Spezialinventar, da sie als wenig aussagekräftig erachtet wurden.

Zu den Quellen, die den Zeitraum zwischen 1914 und 1918 an der TH näher beleuchten, gehören in erster Linie die Personal- und Vorlesungsverzeichnisse (Programme). Diese geben Aufschluss darüber, wer von der Professorenschaft sowie vom übrigen Personal der TH sich gerade im Kriegsdienst befand oder für die Heeres- bzw. Marineverwaltung abgestellt war. Im Programm von 1916/17 war zudem vermerkt, dass die Bergakademie zum 1. Oktober 1916 in die Technische Hochschule eingegliedert wurde.

Die halbjährlich erschienenen Personalverzeichnisse vermeldeten zudem die Namen der gefallenen Studierenden und Hörer, während sich ebenfalls Einträge dazu – zum Teil detailliert mit Datum und Umständen des Todes – in den aus dieser Zeit vollständig erhaltenen Matrikeln der Hochschule finden.

Überliefert ist aber auch die vom Ausschuss für Vaterländischen Studentendienst an der TH herausgegebene „Zeitschrift für die Studenten im Felde“. Erschienen sind die Nummern 1 bis 4 (1916) sowie 5 bis 8 (1917). Erhalten geblieben ist zudem eine Akte dieses Ausschusses. Sie beinhaltet den Schriftwechsel über Bezug und Versand der Zeitschrift, der mit Studenten geführt wurde, die sich im Kriegsdienst befanden. Die Akte wurde im Zuge von Bestandsbereinigungen 2011 vom Bundesarchiv an das Universitätsarchiv abgegeben.

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch einige Nachlässe, beispielsweise von Ernst Heinrich (1899–1984) oder von Albrecht Ehrenberg (1877–1964). Im ersten Nachlass sind es die privaten Briefe und selbst geschriebenen Gedichte, die von den Folgen des Krieges für den einzelnen Menschen zeugen. So befand sich der spätere Bauforscher Ernst Heinrich, der unter anderem an den Ausgrabungen in Uruk teilnahm und sich schwerpunktmäßig der Architektur Mesopotamiens widmete, noch 1919 in französischer Kriegsgefangenschaft, von wo aus er mit seinen Eltern korrespondierte.

Im Nachlass Albrecht Ehrenbergs ist die Überlieferung aus dem Zeitraum um 1914 bis 1918 sowie aus den Jahren danach ganz anderer Natur. Bevor er ab 1927 eine Professur an der TH übernahm, war der Schiffbauingenieur Ehrenberg seit 1908 Mitarbeiter der Kaiserlichen Werften Kiel und Danzig. Die im Nachlass enthaltenen Vorlesungs- und Unterrichtsmaterialien zu Werften, Kriegsschiffen, U-Booten und anderen verwandten Themen datieren zurück bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs.

Ihren 400 gefallenen Studenten errichtete die TH nach Kriegsende ein eigenes Denkmal im Lichthof. Beauftragt wurde der damals für seine zahlreichen Kriegerdenkmäler berühmte spätere TH-Dozent, Bildhauer und Medailleur Hermann Hosaeus. Er schuf das Standbild eines bronzenen Granatenwerfers. Die Namen der Gefallenen wurden an der Wand dahinter angebracht. 1944 wurde das Denkmal zerstört.

Dr. Irina Schwab, Leiterin des Universitätsarchivs

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