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Bauen mit digitaler Vernetzung

Montag, 23. Februar 2015

Building Information Modeling – eine Methode, die Bauen schneller, kostengünstiger und effektiver macht

Tae Song Shin
Lupe

Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen Prof. Dr.-Ing. Tae Song Shin vom Department of Architectural Engineering, Tongmyong University in Busan/Korea, und Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Huhnt, Fachgebiet Bauinformatik der TU Berlin. Beide haben ungefähr zur gleichen Zeit an der TU Berlin Bauingenieurwesen studiert und Mitte der 90er-Jahre promoviert. Beide sind Professoren geworden, der eine in Korea im Bereich Stahlbau, der andere an der TU Berlin in Bauinformatik, beide sind Experten auf dem Gebiet des „Building Information Modeling“ (BIM) – kennengelernt haben sie sich jedoch erst vor einem Jahr.

Tae Song Shin arbeitet seit acht Jahren als einer der wichtigsten Akteure an der Weiterentwicklung von BIM in Südkorea. Bei dieser besonderen Methode werden alle für Bauplanung, Ausführung und Bewirtschaftung relevanten Gebäudedaten digital erfasst, kombiniert und vernetzt. Shin verfolgte die Veröffentlichungen über BIM von Wolfgang Huhnt und fand sie für die eigenen Arbeiten sehr ergiebig. Zur Kontaktaufnahme reichte eine einfache E-Mail, und nach kurzem Erfahrungsaustausch war klar, dass beide Professoren kooperieren würden.

„Den praktischen Vorteil von BIM sehe ich darin, dass der Arbeitsaufwand verringert wird, weil das System sehr offen ist“, sagt Shin. „Früher haben Architekten und Bauingenieure zwar die Daten übergeben, aber jeweils eigene Modelle entwickelt. Die Koordinierung war oft schwierig, und es gab eine Menge Risiken. Bei der BIM-Methode hingegen können wir durchgängig an einem einzigen Modell oder an aufeinander abgestimmten Teilmodellen mit 3-D-Geometrien arbeiten. Jeder kann auf dieselbe Datenbasis zugreifen, die kontinuierlich aktualisiert und verbessert wird. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten verläuft reibungsloser, der Bauprozess wird beschleunigt, Ressourcen werden gespart, die Qualität gesteigert, und vor allen Dingen werden Fehlerquellen vermieden.“

Er hat sein Sabbatical genutzt, um für ein Jahr mit Professor Huhnt am Fachgebiet Bauinformatik zusammenzuarbeiten. „Zwar ist bei BIM alles in einem Modell oder an abgestimmten Teilmodellen integriert, zwischen dem Analysemodell – Berechnungsmodell – und dem Strukturmodell – Architekturmodell – gibt es jedoch weltweit keine standardisierte Verbindung. Sie muss immer wieder neu individuell hergestellt werden, was viel Zeit und Kosten beansprucht. Es ist mir gelungen, diese beiden Bereiche mit einer von mir entwickelten Schnittstelle problemlos zu verbinden.“

Mit finanzieller Unterstützung der südkoreanischen Regierung wird die Kooperation beider Professoren in den nächsten fünf Jahren in großem Umfang weitergeführt. Die ersten koreanischen Studierenden haben ihren Studienaufenthalt am TU-Institut für Bauingenieurwesen bereits erfolgreich absolviert, denn beiden Akteuren liegt besonders der Nachwuchs am Herzen.

Christiane Petersen "TU intern" Februar 2015

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