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TU Berlin

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Forschung

Mit dem Wind nach oben

Freitag, 12. Dezember 2014

Ein neuer Energiedrachen soll Windräder ersetzen – erfolgreicher Jungfernflug

Strom aus Windkraft: Drachenseile treiben Turbinen an
Lupe

In weiten Achten schraubte sich der Gleitdrachen in den Himmel, etwa 300 Meter hoch. Am 18. November zitterten den TU-Forschern Max Ranneberg und Dr. Alexander Bormann in Pritzwalk Sommersberg nicht nur vor Kälte die Knie. Hing doch viel von dem Gelingen des Erstfluges einer neuen Generation von Energiedrachen ab. „Unser Energiedrachen hängt an 300 Meter langen Seilen und wird computergesteuert“, erklärt Alexander Bormann. Der Computer stellt den Drachen immer wieder genau in den Wind. Beim Aufstieg treiben die sich abrollenden Seile einen Generator am Boden an, der den Strom erzeugt. Dann wird er wieder ein Stück eingeholt, steigt erneut auf und produziert erneut Strom. Und er flog – und flog weiter. Vier Tage und drei Nächte lang war der Drachen schließlich mit kurzen Unterbrechungen in der Luft – und lieferte Strom von 15–25 Kilowatt. „Mit diesem Pilotprojekt ,EnerKite‘ wollen wir ein System zur Stromversorgung entwickeln, das erneuerbar ist, nicht die Nachteile der Windräder von Lautstärke und Landschaftsverbau hat und auch noch kostengünstig und versorgungssicher ist. Die EnerKite-Anlagen können doppelt so viel Strom bei etwa halbierten Kosten liefern. Windenergie soll damit überall auf der Welt wirtschaftlich werden.“ Denn die besondere Flügelaerodynamik macht es möglich, dass der Drachen auch schon bei sehr schwachen Winden seine Nennleistung liefern kann. Diese wurde am TU-Institut für Strömungsmechanik und Technische Akustik unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Oliver Paschereit entwickelt. Zwei Jahre lang haben die TU-Forscher mit ihren Partnern im Rahmen eines Verbundvorhabens getüftelt. Inzwischen besteht das Team der EnerKite GmbH aus neun Mitstreitern, Maschinenbauern, Mathematikern, Industriedesignern und Flugingenieuren.

In den kommenden zwei Jahren will EnerKíte die neue Technologie an den Markt bringen. „Sie hat das Potenzial, die Energiewende national und international zu beschleunigen.“ Zunächst sollen kleine Einheiten mit 100 kW Leistung und bis zu 200 kWh Speicher angeboten werden, geeignet für Landwirtschaft und Gewerbe. Das junge brandenburgische Unternehmen präsentierte sich auch auf dem Start-up Day der TU Berlin (s. auch S. 8) und will Eigenkapital über das „Crowdfunding“ beschaffen. „Gut 30 Investoren haben wir bereits von der ökonomischen und ökologischen Rendite der Technologie überzeugt“, so Alexander Bormann stolz.

www.enerkite.de

Patricia Pätzold "TU intern" Dezember 2014

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