TU Berlin

TUB-newsportalNews Detail

Inhalt des Dokuments

zur Navigation

Inhalt des Dokuments

Forschung

Freifahrtticket für den Bus

Montag, 16. Dezember 2013

Für Hashtgerd New Town in Iran wurde ein modernes Verkehrskonzept entwickelt

Das Verkehrskonzept ist ausgefeilt. Ein engmaschiges Netz aus Mini- und Citybussen verbindet die Stadtquartiere mit dem Zentrum von Hashtgerd New Town. Dort können die Passagiere dann in Schnellbusse oder Straßenbahnen umsteigen, die sie aus dem Zentrum hinaus zur Regionalbahn bringen. Diese verbindet Hashtgerd New Town mit Irans Hauptstadt Teheran. „Unser Konzept für einen öffentlichen Nahverkehr in Hashtgerd New Town verknüpft Schnelligkeit mit einer hohen Taktrate und einer hohen Dichte an Haltestellen. Diese sind in den Wohngebieten in maximal zehn Minuten per Fuß zu erreichen“, erklärt Dr. Wulf-Holger Arndt. Er ist verantwortlich für das Mobilitätskonzept in dem deutsch-iranischen Forschungsprojekt „Young Cities – Entwicklung energieeffizienter Städte in der Region Teheran-Karaj“ und damit federführend an der Verkehrsplanung für Hashtgerd New Town beteiligt.

Die „New Towns“ sollen Irans Megacities wie Teheran entlasten, die unter Überbevölkerung und Luftverschmutzung leiden. Auf einem 35 Hektar großen Areal in Hashtgerd New Town planen die Wissenschaftler einen energieeffizienten Stadtteil für 8000 Einwohner.

Das ausgeklügelte Verkehrskonzept soll den öffentlichen Nahverkehr attraktiv machen und eine Alternative bieten zum Auto. Dahinter steht das Ziel, die CO2-Emissionen des Autoverkehrs in den von Smog geplagten Städten wie Teheran zu minimieren.

Doch die Wissenschaftler wissen auch, soll ihr Konzept angenommen werden, braucht es mehr als Busse. „Man muss das Verhalten der Menschen beeinflussen. Eine Möglichkeit, das zu tun, besteht, wenn sich die Lebenssituation ändert. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Menschen umziehen. Dann werden Routinen in Frage gestellt“, erklärt Arndt. Ein wichtiger Punkt des Verkehrskonzeptes ist deshalb das „Mobilitäts-Package“. Dieses sieht unter anderem vor, Neubürger schon zu Beginn ihrer Wohnungssuche in den Immobilienbüros über Standortwahl und ÖPNV zu informieren, Vorteile aufzuzeigen und ein dreimonatiges Freifahrtticket bereitzustellen, um Anreize zu schaffen, den Nahverkehr kennenzulernen.

Aber aus der Mobilitätsforschung ist auch bekannt, dass das Mobilitätsverhalten nur zu ändern ist, wenn das eine System bevorzugt, das andere benachteiligt wird. „In unserem Konzept sind deshalb die Parkplätze überwiegend am Rande der Stadtviertel, die Bushaltestellen jedoch um die Ecke“, sagt Arndt. Irans zentrale Planungsbehörde hat das Verkehrskonzept für das Pilotareal mittlerweile beschlossen.

Sybille Nitsche

Navigation

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe