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Lehre & Studium

Mehr Gerechtigkeit

Freitag, 25. Juli 2014

Neues Konzept soll die Prüfungsbelastung reduzieren

Prüfungsergebnisse dürfen nicht von der Tagesform abhängen. Deshalb sind Änderungen notwendig
Lupe [1]

Vielfach hört man von Professorinnen und Professoren, die eingestreute Bemerkung „Das Folgende ist klausurrelevant“ könne uneingeschränkte Aufmerksamkeit im Hörsaal verlässlich wiederherstellen. Daraus könnte man schließen, dass nicht die Vorlesungsinhalte selbst, sondern nur deren angekündigtes Abprüfen für Interesse sorgen. Das ist sicherlich nicht so. Aber es kann kein Zweifel daran bestehen, dass Prüfungen das Denken, Planen und Handeln der Studierenden weitaus stärker beeinflussen, als viele Lehrende glauben. Aber auch Lehrende thematisieren Prüfungen: meist in Form von Klagen über extreme Korrekturlast, hohe Durchfallquoten oder schlechte Vorbereitung der Studierenden. Angesichts der Tatsache, dass Prüfungen offenbar für beide Seiten wichtig sind, aber auch eine oft quälende Belastung darstellen, spielen sie in der Hochschuldidaktik und in curricularen Diskussionen noch nicht die Rolle, die ihnen zukommt.

Was sollen Prüfungen leisten? Prüfungen haben vor allem zwei wesentliche Funktionen: Sie dienen der Feststellung der jeweils zu erlangenden Kompetenzen (1) und sie geben den Lernenden eine Rückmeldung über den Stand ihres Lernprozesses (2). Dabei müssen sie in Anforderung, Durchführung und Bewertung transparent, justiziabel und fair sein. Für die TU Berlin, die sich im Ziethener Manifest entschlossen hat , ihre Lehre lernzentriert umzugestalten, ist die sorgfältige wechselseitige Abstimmung von Lernzielen, Lehr- und Lernmethoden sowie Form und Inhalt von Prüfungen („constructive alignment“) von besonderer Bedeutung. Während zum Beispiel eine Multiple-Choice-Klausur sich zum Abfragen von Faktenwissen eignet, sind komplexere, zum Beispiel handlungsorientierte Lernziele auf andere Weise zu überprüfen. Aus dem Spektrum der möglichen Prüfungsformen sind diejenigen auszuwählen, bei denen intendierte Lernziele und studentisches Lernverhalten am besten zusammenpassen. Die TU Berlin hat mit dem Konzept der Portfolioprüfungen ein besonders reichhaltiges Instrument geschaffen, einem Mix an unterschiedlichen Lernzielen mit einem Mix an unterschiedlichen Prüfungselementen zu begegnen und gleichzeitig den Druck einer punktuellen Prüfungsbelastung zu reduzieren.

Module bei der Notengebung differenziert gewichten

Neben der Feststellung des Erreichens einer bestimmten Qualifikation haben Prüfungen auch oft eine Selektionsfunktion. Wo die Zahl der Studienplätze oder offenen Stellen auf dem Arbeitsmarkt beschränkt ist, spielt die Abschlussnote eine maßgebliche Rolle. Anders als beim Führerschein reicht es daher nicht aus, einfach zu bestehen. Die Note entscheidet über den weiteren Verlauf der Ausbildung oder Karriere. Dies ist in zweierlei Hinsicht problematisch: Zum einen spiegelt die Note eine scheinbare Objektivität und Vergleichbarkeit der Leistung vor, die realiter nicht existiert. Zum anderen führt diese Rolle der Note bei den Studierenden zu einer verschärften Belastung für die Prüfung. Es ist daher zu begrüßen, dass sich bei den Bachelor-/Master-Studiengängen die Endnote aus vielen über die gesamte Studienzeit erworbenen Teilergebnissen zusammensetzt, wodurch ein schlechtes Ergebnis infolge einer schlechten Tagesform auch wieder ausgeglichen werden kann. Zusätzlich sieht das Berliner Hochschulgesetz vor, dass nicht alle Prüfungen differenziert benotet werden beziehungsweise in die Gesamtnote eingehen. In welchem Umfang Modulnoten in die Endnote eingehen sollen, ist ein Abwägungsprozess: Wenn die Endnote den Grad beschreibt, in dem die Absolventin oder der Absolvent die Qualifikationsziele erreicht hat, so müssen solche Module starkes Gewicht haben, die wesentlich zu den Abschlussqualifikationen beitragen, während Module, die lediglich vorbereitenden Charakter haben, nicht oder nur mit geringem Gewicht zu berücksichtigen sind.

Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß, Vizepräsident für Studium und Lehre "TU intern" Juli 2014

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