direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Inhalt des Dokuments

Menschen

Professor im Ring

Freitag, 27. Juni 2014

Nediljko Budisa forscht, lehrt und boxt erfolgreich an der TU Berlin

Nediljko Budisa (l.) mit seinem Sparringspartner und Boxlehrer Martin Issa beim Training in der TU-Sporthalle an der Dovestraße
Lupe
Lupe

„Mit mehr Muskelmasse lebt es sich einfach besser“, so Professor Dr. Nediljko Budisa. Er leitet das Fachgebiet Biokatalyse an der TU Berlin und ist Mitglied des Exzellenzclusters UniCat. „Erst recht, wenn man über 40 ist. Zudem: Körperliche Fitness ist wichtig für die geistige Fitness.“ Selbst wenn man sich heute einen Uni-Professor nicht mehr zwangsläufig als leicht zerstreut und eher unsportlich vorstellt – der gewaltige rote Boxsack neben dem Schreibtisch und die pralle Sporttasche mit Boxhandschuhen und Kopfschutz darunter passen nicht so recht zum Klischee.

Obwohl er rein zeitmäßig vor allem seine Gehirnmuskeln trainiert, ist der Professor einer der wenigen regelmäßigen habilitierten Besucher des TU-Hochschulsports und zwar der Gruppe Kampfsport, genauer Boxen. „Als Jugendlicher und auch noch während meines Studiums war ich Mittelstreckenläufer. Mit fortschreitender Karriere nahm mein sportliches Engagement ab. Als ich nach Berlin kam, hatte ich mir fest vorgenommen, einen sportlichen Ausgleich zu suchen. Ich nahm das Laufen wieder auf, doch nach einer Weile merkte ich, ich kann zehn oder 15 Kilometer alleine laufen, aber mir fehlt eine Gruppe. Irgendjemand hat mir dann den Tipp mit TU-Sport gegeben, da gäbe es fantastische Sportangebote.“

Unter Berücksichtigung von Terminplan und Arbeitsplatznähe fand er sich schließlich im TU-Sportzentrum an der Dovestraße wieder. Das Fitnessprogramm, das von Martin Issa, einem Amateurboxer, angeboten wird, hat ihn dabei besonders angesprochen: Da wird erst gelaufen (horizontal durch die Stadt, vertikal im Treppenhaus des zentralen TU-Gebäudes), dann seilgesprungen und Kraft trainiert (Liegestütze, Liegestütze und noch mal Liegestütze), schließlich Schlagtechnik und Koordination geübt. „Seilspringen – das hatte ich das letzte Mal in der Grundschule gemacht – da musste ich echt üben …“ Am Anfang war Budisa dabei klar: „Ich wollte mich auf keinen Fall hauen – nur Fitness machen.“ Erst nach und nach haben ihn die anwesenden Studierenden überredet, doch auch mal zu einer weiteren Stunde zu kommen, bei der es um Boxtechnik am Sack geht. „Und schließlich habe ich dann auch mal eine Sparring-Runde mitgemacht. Drei Minuten im Ring mit einem Gegner, Auge in Auge, Mann gegen Mann …“ Mittlerweile boxt Budisa regelmäßig gegen Studenten oder andere Amateurboxer.

Dabei kann es schon mal zu witzigen Situationen kommen: „Kürzlich war mein Sparringspartner ein Student. Nach der dritten Runde habe ich ihn gefragt: Was ist los, warum bist du heute nur defensiv? Darauf der Student: Na ja, demnächst habe ich Prüfung bei Ihnen …“ Aber das ist nicht immer so: „Generell boxen gerade die Studenten nicht zimperlich – vor allem nach ihren Prüfungen“, so der Professor.

Am Boxsport fasziniert Budisa vor allem die Mischung aus Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Taktik und Intuition. Es gibt klare Regeln, und Martin Issa fördert Ritterlichkeit und Fairness auch außerhalb des Rings. „Ich ziehe gern Parallelen zwischen meinem Sport und meiner Arbeit. Im Sport gilt es, die eigenen Grenzen auszuloten, zu sehen, wo kann ich besser werden. Nicht anders funktioniert Wissenschaft. Außerdem ist Boxen ein idealer Ausgleich für mich. Durch die Konzentration im Training vergesse ich für eine Weile den Stress im Büro – und komme fit und erholt nach Hause.“

Natürlich ist ihm klar, dass er mit über 40 nicht mehr mit den jungen Studenten mithalten kann, was Kraft und Ausdauer betrifft. „Obwohl man durch Technik und Erfahrung vieles ersetzen kann, der Wille ist am wichtigsten. Eigentlich gibt es drei Typen Boxer: den ehrgeizigen Angreifer, der immer nach vorne drückt, den taktischen Defensiven, der auf gegnerische Fehler und Schwächen lauert, und den Mischtyp. Ich gehöre wohl eher zu den Angreifern“, überlegt Budisa laut. Man glaubt es ihm sofort.

Katharina Jung "TU intern" Juni 2014

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.