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Venezianische Visionen – „this is modern“

Freitag, 27. Juni 2014

Lupe

Seit über einhundert Jahren präsentiert sich die deutsche Gegenwartskunst im Rahmen der Biennale im „Padiglione Germania“, einem 1907 nach Entwürfen des Italieners Daniele Donghi errichteten Ausstellungsbau, der 1938 im Sinne des Dritten Reiches monumental umgestaltet wurde. Deshalb steht der Pavillon immer wieder in der Kritik und wird zugleich bleiben, wie er ist: Einerseits mit seinem nationalsozialistischen Pathos kaum geeignet, die deutsche Gegenwart angemessen zu repräsentieren, ist er andererseits gerade deshalb ein lebendiges Denkmal, das immer wieder aufs Neue zu künstlerischen Auseinandersetzungen anregt. Wenn der Deutsche Werkbund Berlin und das Architekturmuseum der TU Berlin im vergangenen Herbst 22 deutsche Architekturbüros um Neu- und Umbauentwürfe baten, so also nicht in der Absicht, tatsächlich Hand an den Pavillon zu legen. Die Aufgabenstellung war fiktiv, um den Entwürfen ein freies Feld ohne Rücksichtnahme auf eine potenzielle Verwirklichung und ohne Konkurrenz zu geben – kein Wettstreit um die beste Lösung, sondern ein Miteinander unterschiedlichster Ansätze im weiten Raum des „Könnte, Sollte, Würde, Wäre“.

Die ausgewählten Büros sollten alle Strömungen der Gegenwartsarchitektur repräsentieren und durch gelungene Arbeiten ausgewiesen sein – ob Brandlhuber oder Patzschke, Graft oder Kollhoff, Dudler oder Hild und K, repräsentieren ein breites Spektrum dessen, was die aktuelle deutsche Architektur tatsächlich prägt. Darauf bezieht sich der Ausstellungstitel „this is modern“ – die Summe der Entwürfe ist eine Bestandsaufnahme des Gegenwärtigen, sei es als historistischer Neubau oder rationalistische Einhausung des als baufällig angenommenen Pavillons.

Von dem großen Ernst, mit dem sich alle Teilnehmer der Aufgabe widmeten, kann man sich noch bis zum 1. August in Venedig überzeugen. Die Ausstellung wird in einem Palazzo der dortigen, als Partner gewonnenen Architekturfakultät gezeigt. Nach weiteren Ausstellungsstationen kommen alle 22 Modelle und zeichnerischen Entwürfe zurück nach Berlin, wo sie im Architekturmuseum der TU Berlin noch einmal gezeigt werden.

„This is modern“ – Deutsche Werkbund Ausstellung
Ort: Venedig, Palazzo Ca’Tron, Santa Croce 1957
Zeit: 8. Juni–1. August 2014, Mo–Fr 9–18 Uhr
Katalog zur Ausstellung: This is modern. Deutsche Werkbund Ausstellung Venedig 2014, Claudia Kromrei (Hrsg.), Jovis Verlag,
ISBN 978-3-86859-283-2 (auch in Englisch: ISBN 978-3-86859-300-6)

Dr. Hans-Dieter Nägelke, Leiter des TU-Architekturmuseums "TU intern" Juni 2014

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