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TU Berlin

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Alumni

Aus dem Dornröschenschlaf geholt

Freitag, 27. Juni 2014

TU-Alumna Claudia Dressler hat das „Hotel am Steinplatz“ umgebaut

Claudia Dressler vor dem Eingangsportal des Hotels in Charlottenburg
Lupe

Hätte Claudia Dressler während ihres Studiums gewusst, dass sie zu dem Gebäude des „Hotels am Steinplatz“ einmal eine sehr enge Beziehung eingehen würde, hätte sie es sich damals bestimmt noch etwas genauer angesehen. Nun hat sie es behutsam und denkmalgerecht umgebaut.

Claudia Dressler studierte zwischen 1997 und 2003 Architektur an der TU Berlin und gelegentlich führte sie ihr Weg auch über den Steinplatz, vorbei an dem Hotel, das dort in einer Art Dornröschenschlaf schlummerte. „Mir fiel das Gebäude immer auf, es strahlte irgendwie eine eigenartige Atmosphäre aus“, erinnert sie sich. Nach ihrem Studium, das sie teils auch in Barcelona verbrachte, dachte sie bestimmt nicht mehr an das Haus. Sie hatte ihren Berufseinstieg zu meistern. Mit dem Diplom für Architektur und einem Master für Urban Design in der Tasche arbeitete sie zunächst für einen Projektentwickler. „Hier habe ich das Projektmanagement gründlich gelernt“, sagt Claudia Dressler. „Aber mein Ziel war es immer, selbstständig zu arbeiten.“

So wagte sie im Jahr 2007 den Sprung ins kalte Wasser, gründete ihr eigenes Architekturbüro, die „morgen Architekten GmbH“, und beschäftigte sich hauptsächlich mit Innenausbauten. Im Jahr 2010 kam sie dann in Kontakt mit dem Investor, der gerade das Hotel am Steinplatz gekauft hatte, das neben den Hackeschen Höfen zu den letzten erhaltenen Werken des Architekten August Endell gehört. 1907 zunächst als ein herrschaftliches Wohnhaus erbaut, wurde es 1913 als Grandhotel eröffnet, in dem zahlreiche Prominente ein und aus gingen. In den Siebzigerjahren wurde es zum Seniorenheim, die letzten zehn Jahre stand es leer. Die Architektin Dressler sollte es komplett sanieren. Das Haus steht unter Denkmalschutz und stellt somit für jeden, der es ausbaut, eine große Herausforderung dar. „Die Ansprüche der modernen Luxus-Hotellerie mit dem Denkmalschutz in Einklang zu bekommen war nicht immer leicht. Wichtig war, dass wir stets sehr eng mit Kunsthistorikern und dem Denkmalamt zusammengearbeitet haben“, sagt Claudia Dressler.

Dass ihr das gut gelungen ist, zeigt allein ein Blick auf die olivgrüne, außergewöhnliche Jugendstilfassade. Fenster mussten korrekt nachgebaut werden und Stuckverzierungen galt es zu retten. „Auch innen war das Gebäude in einem desolaten Zustand. Eine große Schwierigkeit bestand beispielsweise darin, dass wir unter dem Gebäude noch eine Tiefgarage bauen mussten, und dies bei dem sandigen Berliner Untergrund. Wir haben uns von unten nach oben durchgearbeitet“, sagt die Architektin. 87 Zimmer, eine Bar, ein Restaurant mussten ausgebaut und eingerichtet werden. Unter dem Dach befindet sich ein Spa-Bereich. Die Innengestaltung hat sie dabei in die Hände eines Innenarchitekten gegeben. „Ich habe mir unter anderem auch viel Rat bei Hoteliers geholt, um zu begreifen, was für einen Hotelbetrieb wichtig ist.“ Drei Jahre hat der Ausbau gedauert, genau 100 Jahre nach seiner ersten Eröffnung als Hotel wurde es im Dezember 2013 neu eröffnet. Das Haus strahlt noch immer etwas Besonderes aus und ist jetzt wieder lebendig. Hinter Claudia Dressler liegen drei anstrengende, aber erfolgreiche Jahre, in denen auch ihr Büro gewachsen ist. Mittlerweile arbeiten hier vier Architekten.

Bettina Klotz "TU intern" Juni 2014

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