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Was die Sterne mit Medizin zu tun haben

Freitag, 16. Mai 2014

Zentrum für Astrophysik und Astronomie übergibt seltene Bücher an die Uni-Bibliothek

Der Stand des Wissens von vor 400 Jahren unter anderem über „Die Einrichtung des Weltbaues“ ist nun in der Universitätsbibliothek nachzulesen
Lupe [1]

Revolutionär war die Verkündung von Johannes Kepler, der Fixsternhimmel sei durchaus veränderlich. 1604 hatte er eine Supernova beobachtet und seine Ergebnisse zwei Jahre später veröffentlicht: Mit „De Stella nova in Pede Serpentarii“ aus dem Jahr 1606 wandte er sich gegen die damals vorherrschende Meinung.

Die Schrift, heute eine Rarität, befindet sich nun in der Universitätsbibliothek der TU Berlin. Anlässlich der Verabschiedung des langjährigen Leiters der Universitätsbibliothek Dr. Wolfgang Zick überreichte Prof. Dr. Dieter Breitschwerdt, Direktor des Zentrums für Astrophysik und Astronomie (ZAA), der Universitätsbibliothek acht seltene astronomische Bücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Neben der Kepler’schen Schrift befindet sich darunter auch Johann H. Lamberts Werk „Kosmologische Briefe über die Einrichtung des Weltbaues“ aus dem Jahre 1761, eine Erstausgabe des astronomischen Hauptwerkes. Es enthält unter anderem eine Tabelle mit Berechnungen der Kometenbahnen nach Halley. Der Titel „Medicus-Criticus-Astrologus“ von Cornelius Pleier aus dem Jahre 1627 beschäftigt sich mit von der Astrologie beeinflusster Medizin. Dem ZAA sei es ein großes Anliegen, dass die wertvollen Bücher künftig sachgerecht aufbewahrt und allen Interessenten, zum Beispiel den Studierenden und Forschenden der Wissenschaftsgeschichte der Fakultät I Geisteswissenschaften, zur Verfügung gestellt werden können, so Dieter Breitschwerdt.

Für Bücher und Zeitschriften, die vor 1850 erschienen sind, sogenannte Rara, gelten an der Universitätsbibliothek besondere Nutzungsbedingungen. Sie werden in einem gesonderten, mit speziellem Brandschutz versehenen Magazin aufbewahrt, und auch die Benutzung ist nur vor Ort unter Aufsicht möglich. Falls notwendig, werden diese Bestände professionell restauriert, damit die Benutzbarkeit erhalten bleibt und kein weiterer Schaden eintritt. Es entspricht dem Profil der TU Berlin, dass die Universitätsbibliothek vor allem technische und naturwissenschaftliche Rara besitzt.

„Ich freue mich besonders, dass alle Rara der Universitätsbibliothek digitalisiert und als ,Digitalisierte Sammlungen‘ über das Internet weltweit zur Verfügung gestellt werden, soweit das ohne Schädigung der Bände möglich ist“, sagt Professor Breitschwerdt. „Dadurch sind ein leichter Exkurs in der Lehre und ein Mehrwert durch mögliche Vernetzung gegeben.“

Das Zentrum für Astronomie und Astrophysik der TU Berlin ist das einzige Institut dieser Art in der Berliner Forschungslandschaft, das sich mit den fundamentalen Fragen nach dem Ursprung des Universums beschäftigt, unter anderem durch die Untersuchung des kosmischen Materiekreislaufs, von Fusions- und astrophysikalischen Plasmen, von extrasolaren Planeten und Atmosphären und der Lebensbedingungen auf anderen Planeten. Dafür kooperiert das ZAA mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen. In der Lehre ist das Zentrum auch für die Vorlesungen und die Ausbildung von Studierenden an der FU Berlin verantwortlich. „Die übergebenen Rara sollten uns daher als Mahnung dienen, dass die Bibliotheken auch in Zukunft finanziell in der Lage sein müssen, wissenschaftliche Werke in allen Formen verfügbar zu machen. Dies verdient unsere volle Unterstützung“, schloss Dieter Breitschwerdt.

http://ubsrvgoobi2.ub.tu-berlin.de/viewer [2]

Dr. Sibylla Proschitzki, Universitätsbibliothek "TU intern" Mai 2014

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