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TU Berlin

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Innenansichten

„Verwalter von puren Sachaufgaben sind wir schon lange nicht mehr“

Freitag, 16. Mai 2014

Kanzlerin Ulrike Gutheil nach ihrer Wahl über anstehende Projekte und den Wandel des Kanzlerberufs

Lupe

Sie wurden am 9. Mai 2014 durch das Kuratorium einstimmig wiedergewählt und starten mit dem neuen Präsidium in Ihre zweite Amtszeit. Sie kamen 2004 von Cottbus nach Berlin – wenn Sie zurückblicken: Wie hat sich der Beruf der Kanzlerin beziehungsweise des Kanzlers seitdem geändert?

Wir beobachten seit Jahren eine Zunahme an Managementaufgaben. Früher hatten die Kanzler einige wichtige Sachaufgaben zu verantworten wie Haushalt und Personal. Heute finden wir eine große Vielzahl an Aufgaben und Projekten vor. Diese reichen vom Controlling über IT-Entwicklung bis hin zur Förderung von Familienfreundlichkeit, Gleichstellung und Diversity. Vergleicht man diese Bandbreite an Zuständigkeiten mit denen in der Industrie, dann staunen viele und sagen: Was, all das gehört zu Ihrem Verantwortungsbereich? Es ist eine große Herausforderung, die anstrengend ist, aber auch positiv wirkt. Wir arbeiten in einem dynamischen Bereich mit vielen interessanten Gestaltungschancen. Verwalter von puren Sachaufgaben sind wir schon lange nicht mehr.

Vor diesem Hintergrund: Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Sehr oft gibt es Tage, da muss ich eine sehr große Bandbreite an Themen parat haben. Im Kalender stehen dann die Laborbesichtigung mit dem Bauleiter für eine Berufungsverhandlung, eine Sitzung zur Haushaltsaufstellung, die Besprechung mit dem Präsidium. Danach begrüße ich die neue Frauenbeauftragte und treffe mich mit der Leiterin des Familienbüros. Und zwischendurch gibt es Rücksprachen mit meinem Büroleiter und zahlreiche Telefonate.

Was bedeutet die Wiederwahl für Sie persönlich?

Erst einmal bin ich sehr stolz und froh über das Wahlergebnis. Das verschafft uns eine sehr gute Ausgangsbasis für die zahlreichen Vorhaben im neuen Präsidium. Mein Dank geht an mein tolles Team im Büro, an viele langjährige Weggefährten, an die Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter sowie an all jene, die mit dem K-Büro eng zusammenarbeiten. Ich fühle mich in Berlin wohl. Die Stadt und unsere Universität pulsieren. Es ist faszinierend, ein Teil vom Ganzen zu sein.

Eines der großen Projekte ist das Campusmanagementsystem, mit dem Verwaltungsprozesse und die Betreuung der Studierenden modernisiert werden sollen. Worin liegt die Herausforderung?

Die Größe des Projektes, die Veränderung von Arbeitsprozessen und Entscheidungswegen, die Umstellung von Papiervorgängen auf IT-Prozesse und die Einführung einer neuen Software lassen schon erahnen, dass wir vor großen Herausforderungen stehen, die nicht nur technischer Natur sind. Ganz wichtig ist für mich, die betreffenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzubinden, mit ihnen zu kommunizieren. Wir müssen Angebote schnüren für diejenigen, bei denen sich viel ändert, die deswegen Ängste haben. Da geht es um ein professionelles Management, um strategische interne Kommunikation, um Offenheit und Transparenz. Das sind große Herausforderungen, die wir im Blick haben müssen, für die wir ein Konzept erarbeiten. Ein „Weiter so!“ wird es nicht geben. Wir werden unsere Verwaltungsabläufe stark ändern. Dies zu managen, begreife ich als eine meiner wichtigsten Aufgaben.

Auch die weitere Professionalisierung der Führungskultur wurde stark vom neuen Präsidium betont. Was ist damit gemeint?

Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Dual Career, Nachwuchsbüro oder Gleichstellung – dies haben wir in den vergangenen Jahren in der TU Berlin installiert. Es gibt aber weitere Themen, die eine moderne Universität im 21. Jahrhundert unbedingt angehen muss. Dazu gehört die Professionalisierung der Führungskultur. Wir müssen Führungswerte definieren und unsere Mitglieder entsprechend schulen. Da spreche ich auch von den Professorinnen und Professoren, die wir als exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aussuchen und einstellen. Sie sind aber weit mehr als das. Sie sind auch Führungspersonen mit oft umfangreicher Personalverantwortung. Dieser gerecht zu werden, ist nicht immer einfach. Entwicklungsbedarfe zu erkennen, ist deshalb wichtig. Momentan arbeiten wir an einem Führungskräfteprofil für die TU Berlin. Die interne Diskussion darüber zeigt schon, dass das Thema viel mit Identitätsstiftung zu tun hat. Dies strategisch anzugehen, es erst einmal aus der Anonymität zu holen und Angebote zu entwickeln, ist mir ein wichtiges Anliegen für die nächste Zeit.

Das Gespräch führte Stefanie Terp

"TU intern" Mai 2014

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