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TU Berlin

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Forschung

Zwölf Jahre DFG-Forschungszentrum

Freitag, 16. Mai 2014

Der Geist des MATHEON lebt weiter

Neben der Forschung hat das MATHEON die Berliner Mathematik auch mit vielen öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen sichtbar gemacht. Der MATHEON-Bär ist ein Symbol dafür. Bild unten: Siegerehrung für den jährlichen Mathe-Adventskalender Tatjana Stykel
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Ob es sich um Energie, Ressourcenknappheit, Umwelt, Transport, Kommunikation oder um Produktion, neue Materialien und Gesundheit handelt – die Herausforderungen für die Zukunft der Menschheit können ohne mathematische Modellierung, Simulation und Optimierung nicht bewältigt werden. Benötigt wird dazu die ganze Palette der Mathematik, von grundlegender Theorie über die Algorithmenentwicklung bis hin zum Transfer in die Praxis. Das DFG-Forschungszentrum MATHEON nahm diese Herausforderungen an und hat in den letzten zwölf Jahren die Forschungslandschaft in Berlin und weit über die geografischen und disziplinären Grenzen hinaus stark verändert.

Die Finanzierung des MATHEON durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) endet Ende Mai 2014, aber der Geist des MATHEON lebt weiter, sowohl in verschiedenen Forschungsverbünden als auch als wissenschaftliche Organisation im Rahmen des Einstein-Zentrums „ECMath“. Dieses wird ab Juni 2014 durch die Einstein Stiftung Berlin gefördert. Das MATHEON hat in beispielloser Weise Kooperation und Konkurrenz gefördert. Es hat gezeigt, wie hochkreative Mathematiker aus drei Universitäten und zwei Forschungsinstituten in zentralen wirtschaftlichen und industriellen Herausforderungen kooperieren und in interdisziplinärer Zusammenarbeit neue innovative Forschungsverbünde organisieren können. Der wichtigste „Output“ des MATHEON ist jedoch die Ausbildung einer ganzen Generation von Mathematikern, die die künstlichen Grenzen von „reiner“ und „angewandter“ Mathematik ignorieren und die verstanden haben, dass Mathematik ein wichtiges Werkzeug des Fortschritts in allen Bereichen der Gesellschaft ist. Mehr als 100 Rufe auf Professuren ergingen an MATHEON-Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Sie und noch weit mehr frühere Studierende und Promovierende tragen die MATHEON-Mission zur Lösung realer Probleme in die nicht-akademische Welt. Die Beteiligung an acht DFG-Sonderforschungsbereichen, neun Schwerpunktprogrammen sowie fünf Graduiertenkollegs und die Ausgründung zahlreicher erfolgreicher Firmen dokumentieren dies sehr deutlich.

Gegründet wurde das MATHEON als DFG-Forschungszentrum „Mathematik für Schlüsseltechnologien: Modellierung, Simulation und Optimierung realer Prozesse“ durch Mathematiker der drei großen Berliner Universitäten, von Weierstraß-Institut (WIAS) und Konrad-Zuse-Zentrum (ZIB). Zunächst hatte die DFG Bedenken, ob so eine Konstruktion über Instituti onsgrenzen hinweg tragfähig ist. Doch schon einige Jahre später war sie die Blaupause für viele Exzellenzcluster. Der lange Name wurde in einem Wettbewerb unter Studierenden der UdK zum Markennamen MATHEON, der wesentlich zur Sichtbarkeit beitrug.

Um die anwendungsorientierte Zielrichtung zu dokumentieren, wurden als zentrale Struktur die Anwendungsfelder Lebenswissenschaften, Produktion, Elektronik und Photonik, Finanzwissenschaften, Visualisierung sowie Ausbildung gewählt. Darin sollten die mathematischen Teildisziplinen Optimierung und Diskrete Mathematik, Numerische Mathematik und Wissenschaftliches Rechnen sowie Angewandte und Stochastische Analysis mit mehr als 45 Professuren die Herausforderungen der Praxis mit innovativer mathematischer Forschung unterstützen. Eine strikte interne Qualitätssicherung evaluierte die Projekte sowohl wissenschaftlich als auch im Hinblick auf ihre interdisziplinäre Kooperation, den Transfer in die Praxis und die Außendarstellung der Ergebnisse. Zentrales Anliegen ist zudem die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Das MATHEON war die treibende Kraft bei der Etablierung der Exzellenz-Graduiertenschule „Berlin Mathematical School“, unterstützte die Gründung des durch die Telekom-Stiftung geförderten Deutschen Zentrums für Lehrerbildung Mathematik. Alle drei Organisationen arbeiten ab Juni auf der Plattform des Einstein-Zentrums „ECMath“ zusammen.

Mit dem mathematischen Adventskalender, der inzwischen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Mathematiker Vereinigung für alle Klassenstufen angeboten wird – 2013 waren 160 000 Teilnehmer aus 63 Ländern dabei –, dem deutschlandweit operierenden MATHEATLON, bei dem man laufen und Mathe-Aufgaben lösen muss, oder der erfolgreichen Beteiligung an internationalen Studentenwettbewerben wie „ZeroRobotics/SPHERES“ von ESA und NASA erreichte das MATHEON auch nach außen eine hohe Sichtbarkeit.

Als Fazit von zwölf Jahren DFG-Förderung können exzellente wissenschaftliche Ergebnisse, hervorragender wissenschaftlicher Nachwuchs, die Lösung einer großen Zahl von Praxisproblemen, die Ausgründung zahlreicher Firmen vorgelegt werden. Diese Erfolgsbilanz wird durch zahlreiche Leibniz- und ICIAM-Preise, SIAM Fellowships, ERC Grants, und die Wahl von MATHEON-Mitgliedern in die Leitungsgremien von internationalen wissenschaftlichen Organisationen unterstrichen.

Prof. Dr. Volker Mehrmann, Sprecher des Vorstands des MATHEON


Ein Erfolg in Zahlen

Nach zwölf Jahren kann das MATHEON eine beeindruckende Erfolgsbilanz ziehen. Eine kleine Auswahl an Zahlen und Fakten belegt diesen Erfolg:

MATHEON-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler forschten in 147 Projekten mit einer Laufzeit von einem bis zwölf Jahren.

Über die gesamte Laufzeit waren regelmäßig etwa 200 Mathematikerinnen und Mathematiker in MATHEON-Projekten tätig.

Darunter waren jeweils etwa 50 bis 60 Professorinnen und Professoren. Aktuell sind es 56, 50 von ihnen leiten ein MATHEON-Teilprojekt.

Das Forschungszentrum war auch in der Nachwuchsförderung besonders erfolgreich. Jährlich ergingen circa 15 Rufe an MATHEON-Wissenschaftler, darunter etwa 90 Prozent an Nachwuchswissenschaftler.

Im Rahmen von MATHEON-Projekten wurden mehr als 200 Dissertationen und circa 30 Habilitationen betreut.

Die Zahl der Auszeichnungen für MATHEON-Mitglieder geht in die Hunderte, fünf ERC Grants wurden MATHEON-Mitgliedern zuerkannt. Das Forschungszentrum insgesamt wurde als Ort im Land der Ideen ausgezeichnet.

Jährlich besuchten weit über 1000 Schülerinnen und Schüler die verschiedenen MATHEON-Veranstaltungen.

Auch in den Medien war das MATHEON häufig präsent, in den letzten Jahren war es jährlich in etwa 300 Beiträgen Thema.


Fest der Berliner Mathematik

3 x 4 Jahre MATHEON + Beginn des Einstein-Zentrums ECMath

Zum Jubiläum lädt das Zentrum zu Vorträgen, Musik und Film rund um die Mathematik ins Audimax der TU Berlin, mit Laser-Show, Saal-Feuerwerk und anschließendem Get-together im Lichthof.

Zeit: 22. Mai 2014, 18–20 Uhr

www.matheon.de

rk "TU intern" Mai 2014

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