direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Inhalt des Dokuments

Alumni

Zwischen den Kulturen

Freitag, 16. Mai 2014

Alumnus Bozkurt Eralp vermittelt als EU-Beamter in der Region rund um Jerusalem

Bozkurt Eralp kontrolliert die Verteilung von EU-Entwicklungsgeldern
Lupe

Der Alumnus Bozkurt Eralp hat in Jerusalem eine schwierige Aufgabe übernommen: Er arbeitet seit 2007 bei der Europäischen Kommission in der Generaldirektion für Entwicklungshilfe und Zusammenarbeit und ist für die Finanz-Vertrags- und Auditfragen von Entwicklungsmitteln in Drittländern außerhalb der EU zuständig. Zunächst war er in einigen zentralen und südlichen Ländern Afrikas tätig, anschließend im Libanon. Seit 2013 ist er in Jerusalem und den palästinensischen Gebieten beschäftigt. Sowohl seine Herkunft als auch seine Ausbildung als Betriebswirt an der TU Berlin qualifizieren ihn in besonderer Weise für diesen Job.

„Die Notwendigkeit, die Vergabe der EU-Entwicklungsgelder genau zu kontrollieren, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wir setzen alles daran, dass Hilfsgelder nicht in dunklen Kanälen verschwinden und die Mittel die beabsichtigten politischen und sozialen Wirkungen erzielen. Das Ziel unserer Arbeit hier ist, dass der Konflikt in dieser Region im Rahmen einer friedvollen Zwei-Staaten-Lösung mit einer nachhaltigen Entwicklungsperspektive für alle Parteien gelöst wird“, antwortet Bozkurt Eralp auf die Frage nach dem politischen Hintergrund seiner Arbeit.

Ein internationaler Lebenslauf ist ihm in die Wiege gelegt worden. Der Vater kommt aus Istanbul und promovierte in den Fünfzigerjahren im Fach Bauingenieurwesen an der TU Berlin, seine Mutter, eine Berlinerin aus Reinickendorf, studierte damals an der Freien Universität Betriebswirtschaft. Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist Bozkurt Eralp sowohl in Istanbul als auch in Berlin. Als Studienfach wählte er wie die Mutter Betriebswirtschaft, aber als Universität kam für ihn, wie damals für seinen Vater, nur die TU Berlin mit ihrer besonderen internationalen Atmosphäre in Frage.

„Jeder Tag ist eine Herausforderung für mich, denn es braucht viel Fingerspitzengefühl, um der Vermittlerrolle eines EU-Beamten in dieser Region mit ihren brisanten religiösen und politischen Gegensätzen gerecht zu werden. Ich werde als Deutscher immer noch besonders aufmerksam beobachtet, aber erlebe von Seiten der Israelis ein vorurteilsloses und freundliches Entgegenkommen. Es ist jedoch auch eine Tatsache, dass mir meine türkischen Wurzeln gerade bei Verhandlungen und Gesprächen mit Palästinensern viele Türen öffnen – sie spüren eben den Orientalen in mir, wir sprechen sozusagen die gleiche Sprache.“

Apropos Sprachen: Bozkurt Eralp spricht Türkisch und Deutsch als Muttersprachen und mit seiner spanischen Frau, Ainhoa, überwiegend Spanisch. Gleichzeitig beherrscht er Englisch, Französisch, Japanisch und den levantinischen Dialekt des Arabischen fließend. Seine drei Söhne sind es gewohnt, entsprechend der Situation in unterschiedlichen Sprachen zu kommunizieren. „Ich bin der Meinung, dass aufgrund der Tatsache, dass meine Söhne so viele Sprachen fast gleichzeitig gelernt haben, die einzelnen Idiome nicht oberflächlicher und schlechter, sondern ganz im Gegenteil genauer und besser beherrscht werden. Sie haben ein gutes Gefühl für die spezifische Ausdruckskraft einer einzelnen Sprache entwickelt, das sich auch auf ihre Sicht der Welt überträgt. Für sie sind unterschiedliche Kulturen ein selbstverständlicher Teil ihres Lebens und es würde ihnen wohl niemals in den Sinn kommen, eine einzelne Kultur höher als alle anderen zu werten“, meint Bozkurt Eralp.

Christiane Petersen "TU intern" Mai 2014

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.