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Lehre & Studium

Neu bedacht

Freitag, 17. Januar 2014

Das Projekt „rooftop“ erreicht die Endrunde des Solar-Decathlon-Wettbewerbs

Ökologisch wohnen über den Dächern der Stadt – so stellen sich die Studierenden das urbane Leben der Zukunft vor
Lupe

Mit seinem Projekt „rooftop“ hat es das interdisziplinäre Team der TU Berlin und der Universität der Künste Berlin (UdK) in die Endrunde des Solar-Decathlon-Wettbewerbs 2014 geschafft. Die Studierenden der beiden Universitäten gehören zu den weltweit 20 Finalisten dieses internationalen studentischen Bau- und Designwettbewerbs und werden in diesem Jahr „rooftop“ in Versailles 1:1 aufbauen und der Welt präsentieren.

Die Aufgabe im Solar-Decathlon-Wettbewerb 2014 bestand diesmal darin, eine Lösung für eine ressourcenschonende, energieeffiziente Stadtverdichtung zu finden, die auf die spezifischen Gegebenheiten einer Stadt – wie zum Beispiel Berlin – reagiert. Die Studierenden entwickelten „rooftop“ als eine nachhaltige Antwort auf die Verwerfungen des Berliner Immobilienmarktes und den globalen Klimawandel.

„Rooftop“ ist eine auf das Dach eines Berliner Altbaus gebaute Wohnung. „Rooftop“ verdichtet den städtischen Raum nicht, indem Lücken zugebaut werden, sondern nutzt vorhandene Strukturen und bewahrt die charakteristischen Freiräume Berlins. Das Konzept besticht durch die Idee, dass diese einzige Wohnung über Photovoltaikmodule so viel Energie produziert, um damit einen Teil des Energiebedarfs der darunter liegenden Wohnungen und des Gewerbes zu decken.

Über eine in 16 Segmente unterteilte hochklappbare Fassade, bestehend aus integrierten Photovoltaikmodulen, wird die Sonnenenergie im Sommer optimal genutzt. Gleichzeitig verschattet die Fassade die Wohnung. Im Winter ist sie nach unten geklappt und fungiert wie eine isolierende Hülle. Die nun vertikalen Module fangen die Strahlen der niedrig stehenden Sonne ebenfalls optimal ein. Der erzeugte Strom wird nicht langfristig und damit aufwendig und teuer zwischengespeichert – auch das ist innovativ –, sondern mit der Mietergemeinschaft geteilt. Das Ziel ist, im Rahmen der Kosteneffizienz eine für die Gemeinschaft ideale Stromnutzung zu ermöglichen. Und neben den ökologischen und ökonomischen Aspekten der Nachhaltigkeit zeigt „rooftop“ auch einen Weg auf, wie die energetische Sanierung eines Hauses nicht zwangsläufig zu steigenden Mieten und zur Vertreibung alteingesessener Mieter führen muss, denn gerade dies ist ein virulentes Problem in Berlin.

Und noch einen Erfolg haben die Studierenden zu verzeichnen: Im November 2013 durften sie als eines von vier Projekten des Wettbewerbs „rooftop“ der französischen Ministerin für Wohnungsbau vorstellen.

„Rooftop“ ist ein Projekt der Hybrid-Plattform von TU Berlin und UdK Berlin.

www.hybrid-plattform.org

Sybille Nitsche "TU intern" Januar 2014

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