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TU Berlin

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Menschen

Pflichtgefühl und Loyalität

Freitag, 17. Januar 2014

Ingeborg Medaris zum 82. Geburtstag

Ingeborg Medaris
Lupe

Geboren in Königsberg, wodurch sie preußische Tugenden erwarb, aufgewachsen in Würzburg, was ihr die heitere fränkisch-bayerische Lebensart mitgab, hat Ingeborg Medaris in ihrer Ausbildung Neigung und Anspruch aufs Glücklichste miteinander verbunden: Sie studierte am Konservatorium Gesang und erlernte dabei die Rollen des dramatischen Fachs, ohne die des lyrischen Metiers zu vernachlässigen. Damit war sie für eine Karriere an der TU Berlin gerüstet.

Der Weg führte sie früh nach Berlin, dort trat sie in amerikanische Dienste und perfektionierte dabei ihr Englisch. Dann wurde Ingeborg Medaris Sekretärin des Faches Anglistik der TU Berlin. Mit der Gründung des Zentrums für Antisemitismusforschung 1982 fand sie einen neuen Wirkungskreis. Herbert A. Strauss, Gründungsdirektor des Zentrums und Würzburger, bat sie, Sekretariat und Administration des neuen Instituts zu übernehmen. Ingeborg Medaris empfand sich als „Mutter der Kompanie“ und brachte tatkräftig ihre Talente Durchsetzungsfähigkeit und Stimmgewalt, Sanftmut gegenüber Studierenden, Strenge gegen Unbotmäßige in das akademische Geschäft ein. Wenn sie ihren Chef als Gott verehrte, dann drückte das nur ihre Hingabe der Sache gegenüber aus. Denn wunderbarerweise brachte sie dem Nachfolger, der ihr diese Zeilen in Dankbarkeit widmet, die gleiche Loyalität entgegen, obwohl er sich in so ziemlich jeder Beziehung vom Vorgänger unterschied.

Einem Gerücht zufolge ist Ingeborg Medaris 1997 in den Ruhestand getreten. Das bedeutete aber nur, dass dem gesetzlichen Erfordernis, das der 65. Geburtstag mit sich bringt, entsprochen wurde und dass sie seither nicht mehr auf der Gehaltsliste der TU Berlin steht. Sie ordnete lediglich ihren Pflichtenkreis neu, als Präsidentin des Märkischen Rudervereins, als Musikbegeisterte und in Diensten der Wissenschaft. Bis zum heutigen Tag und hoffentlich noch lange unterstützt sie den inzwischen ebenfalls im „Ruhestand“ arbeitenden ehemaligen Chef. Am 11. Januar 2014 hat sie ihren 82. Geburtstag gefeiert. Dank und Verehrung der wohl ältesten aktiven Mitwirkenden am Dienst der Wissenschaft.

Der Autor war von 1990 bis 2011 Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin.

Prof. Dr. Wolfgang Benz "TU intern" Januar 2014

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