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Messen – Zeichnen – Verstehen

Mittwoch, 16. April 2014

Die geografische Position der Pückler’schen Pyramiden im Schlosspark Branitz bei Cottbus ist von einem Phänomen der Natur bestimmt – dem Sonnenaufgang und -untergang an diesem Ort am 30. Oktober. Der berühmte Gartenbauarchitekt Fürst Hermann zu Pückler-Muskau (1785–1871) richtete die Anordnung der zwei Pyramiden, der Land- und Seepyramide, am Lauf der Sonne an jenem Tag aus. Dass er damit ein Sinnbild für das Leben als Reise geschaffen hat, erschließt sich, wenn man weiß, dass Pückler am 30. Oktober geboren und in der Seepyramide bestattet wurde.

Das Wissen über diese Zusammenhänge verdankt sich den baugeschichtlichen Forschungen von Prof. Dr. Jan Pieper. In seinem Projekt „Kleinarchitekturen im Landschaftsgarten“, das er von 1988 bis 1989 an der TU Berlin durchführte, hat er erstmals diese „geometrisch exakt konstruierte Komposition“ nachweisen können. Mit seinen bahnbrechenden Untersuchungen zu Gartenlandschaften der Romantik sowie der Stadtbaugeschichte der italienischen Renaissance beschäftigt sich die Ausstellung „Messen – Zeichnen – Verstehen“ im Architekturmuseum der TU Berlin.

Die Ausstellung zeigt baugeschichtliche Forschungsprojekte von Prof. Dr. Jan Pieper, die in den drei Jahrzehnten von 1983 bis 2013 an der TU Berlin und der RWTH Aachen entstanden sind. Neben einem Schwerpunkt zur Architektur der Gärten und ihren Kleinarchitekturen werden seine großen monografischen Arbeiten gezeigt, wie die zur Stadtbaugeschichte der Renaissance-Idealstädte Pienza und Sabbioneta, zur Villa Imperiale der Herzöge von Urbino und zum Château de Maulnes in Burgund, das als Reaktion auf den religiösen Fanatismus der Hugenottenkriege erbaut worden war.

Öffnungszeiten der Ausstellung: bis 21. Mai 2014, Montag bis Donnerstag 12–16 Uhr, Freitag bis Sonntag geschlossen, Architekturmuseum der TU Berlin, Straße des 17. Juni 150, 10623 Berlin. Der Eintritt ist frei.

sn "TU intern" April 2014

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